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September 2021

Thrombose-ABC Folge 17: Schwangerschaft Wie Sie das Thromboserisiko bei Thrombophilie minimieren

Journal/Book: MMW-Fortschr. Med. - Nr. 26-27/ 2000; S. 570/ 38; (142 Jg.). 2000;

Abstract: Dr. med. Peter Stiefelhagen Chefarzt der inneren Abteilung DRK-Krankenhaus Westerwald Hachenburg Trotz des erhöhten Thromboserisikos ist auch für Frauen mit angeborener Thrombophilie eine Schwangerschaft möglich. Voraussetzung ist eine konsequente Heparinisierung im letzten Schwangerschaftsdrittel bis sechs Wochen nach der Geburt. Das Risiko einer tiefen Bein-Becken-Venenthrombose in der Schwangerschaft liegt bei ca. 2%. Bei Schnittentbindungen werden noch etwas höhere Zahlen angegeben. Besonders gefährdet sind Patientinnen mit einer angeborenen Thrombophilie. Das Risiko steigt mit dem Alter an: Schwangere unter 35 Jahren trifft es 24-mal häufiger als Schwangere zwischen dem 20. und 24. Lebensjahr. Entscheidend für die Thromboseentstehung ist die Risikokonstellation. Besonders gefährdet sind Patientinnen mit einem angeborenen Mangel eines physiologischen Gerinnungsinhibitors bzw. einer Störung der physiologischen Gerinnungshemmung. Die häufigsten Störungen dieser Art sind: - AT-III-Mangel (ca. 30%) - APC-Resistenz (ca. 20%) - Protein-S-Mangel (ca. 20%) - Protein-C-Mangel (ca. 20%). Prophylaxe Im Allgemeinen wird die hereditäre Thrombophilie erst nach der ersten Schwangerschaft erkannt. Die Diagnose stellt keinesfalls eine Kontraindikation für weitere Schwangerschaften dar. Sie erfordert jedoch in der Regel eine konsequente Thromboseprophylaxe mit einem niedermolekularen Heparin und zwar während des letzten Schwangerschaftsdrittels bis sechs Wochen nach der Geburt. Bei Hochrisikopatientinnen muss gegebenenfalls die Prophylaxe während der gesamten Schwangerschaft durchgeführt werden. Das Stillen unter einem niedermolekularen Heparin ist ohne Probleme möglich. Therapie Die Therapie der tiefen Beinvenenthrombose in der Schwangerschaft erfolgt mit Heparin. Eine Thrombolyse ist kontraindiziert. Nicht selten werden angesichts der erhöhten Konzentration verschiedener Gerinnungsfaktoren ("Pseudoheparinresistenz") höhere therapeutische Heparindosen benötigt. Aus Gründen des praktischen Handlings und der Therapiesicherheit empfiehlt sich die Gabe eines niedermolekularen Heparins. Die Heparinisierung sollte bis 24-36 Stunden vor der Geburt fortgeführt und dann gestoppt werden. Am Tage nach der Entbindung empfiehlt es sich die Heparinisierung in Form einer Prophylaxe bei gleichzeitig beginnender oraler Antikoagulation bis zum Erreichen des Ziel-INR-Wertes (2 0-3 0) fortzuführen. Marcumar-Patientinnen Patientinnen mit Kinderwunsch und einer dauerhaften oralen Antikoagulation sollten das Marcumar bei geplanter Schwangerschaft drei Monate vor der Konzeption absetzen und stattdessen ein niedermolekulares Heparin applizieren. ... ab


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