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August 2021

Diagnostische Laparotomie bei Appendizitisverdacht Häufig unnötig aber nicht umsonst

Journal/Book: MMW-Fortschr. Med. - Nr. 26-27/ 2000; S. 557/ 25; (142 Jg.). 2000;

Abstract: Prof. Dr. med. H. S. Füeßl Geschäftsführender Schriftleiter der MMW-Fortschritte der Medizin Die Laparotomie bei Verdacht auf Appendizitis ist der am häufigsten durchgeführte chirurgische Notfalleingriff. Gleichzeitig wird kaum eine Operation öfter unnötig (aber nicht umsonst) vorgenommen. "Negative" Laparotomieraten von 20 bis 25% werden in der Literatur als akzeptabel angesehen. In der Praxis liegt diese Rate wohl noch höher; hinzu kommt dass ein "kooperativer" Pathologe durch subtile Beschreibung lymphozytärer Infiltrate den Chirurgen in seinem Vorgehen zu bestätigen sucht und aus dem "Innozens" einen Bösewicht macht. Was soll's am Ende sind alle zufrieden - zumindest solange bis die anderweitig verursachten Beschwerden wieder auftreten. Der Chirurg befindet sich beim Appendizitisverdacht in einem Dilemma. Die Appendizitis äußert sich aufgrund der Lagevariabilität des Wurmfortsatzes in einem weiten Symptomenspektrum. Zudem gibt es kein verlässliches nicht invasives Verfahren für die Appendizitisdiagnostik. Der Beitrag von Wittig und Waldner zeigt dass diese Erkrankung nach wie vor eine Domäne der subtilen anamnestisch-klinischen Diagnostik ist. Tröstlich im Zeitalter der Hightech-Medizin. Zwar geht aus der Arbeit von Schwerk klar hervor dass sich die negative Laparotomierate durch die systematische Anwendung der Sonographie beträchtlich senken lässt und zwar am meisten bei der "Risikogruppe" der jungen Frauen durch die Aufdeckung anderer Ursachen der Schmerzsymptomatik. Doch soll nicht übersehen werden dass diese Ergebnisse unter etwas artifiziellen studienmäßigen Bedingungen zustande kamen. Ein spezialisierter Full-time-Sonograph mit viel Zeit musste sich nach der Untersuchung festlegen. Dies entspricht nicht den Verhältnissen im Kreiskrankenhaus wo die sonographische Untersuchung "nebenbei" oder vom Assistenzarzt mit stark variierender sonographischer Erfahrung betrieben wird. Und schließlich hat jeder Chirurg zu Recht Angst vor der Perforation. Warum also sollte er nur um des statistischen Popanz einer Senkung der negativen Laparotomierate willen sich und seinen Patienten diesem Risiko aussetzen? Noch dazu wo seit fast genereller Einführung der minimal invasiven Operationsverfahren das Operationstrauma beträchtlich gesenkt werden konnte und in manchen Ländern die laparoskopische Appendektomie praktisch ambulant erfolgt. ... ab


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