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November 2022

Bericht von einem Pressesymposium zum Thema: "Antibiotika-induzierte Störungen des Darms"; 25. Oktober 1989 in München

Journal/Book: Ärztezeitschr. f. Naturheilverf. 4/90 31. Jahrg. S. 315. 1990;

Abstract: Dr. med. H.-P. Legal Fast alle Antibiotika können gastrointestinale Störungen hervorrufen. Am häufigsten (bis zu 20) wird die antibiotika-assoziierte Diarrhoe beobachtet deren Ursache in einem kolloidosmotischen Faktor infolge vermehrter Substrate im Kolonlumen vermutet wird. Die seltenere antibiotika-assoziierte Enterokolitis wird durch Clostridium difficile und deren Exotoxine hervorgerufen. Das Zytotoxin B zeigt einen zytopathischen Effekt in der Zeltkultur während das Enterotoxin A die Schleimhaut in vivo schädigt und sekretorisch wirkt. Die klinische Symptomatik unterscheidet sich mit wässriger teils blutiger Diarrhoe Bauchschmerzen Fieber und Leukozytose nicht mehr von der anderer akuter Kolitiden. Die Symptome treten während oder kurz nach Antibiotikatherapie auf. Ältere Personen und multimorbide Patienten haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Das typische endoskopische Bild ist das der pseudomembranösen Kolitis. Da Pseudomembranen auch durch andere Noxen bedingt sein können muß die Diagnose mikrobiologisch durch den Nachweis von Erreger und Toxin im Stuhl gesichert werden. Der Krankheitsverlauf ist nach Absetzen des Antibiotikums meist selbstlimitiert; protrahierte Verläufe und Rezidive werden jedoch in etwa 25 % beobachtet. Seltene Komplikationen sind Peritonitis Sepsis toxisches Megakolon und Perforation so der Referent in München. Therapie der Wahl bei Schwerkranken ist Vancomycin (Standarddosis 4mal 125 mg/d oral); Alternative sind Metronodazol (1 2 bis 1 5 g/d) oder Bacitracin (1 6 g/d oral). Da nosokomiale Infektionen mit Clostridium diff. immer wieder beobachtet werden müssen die Patienten als infektiös gelten; entsprechende prophylaktische Hygienemaßnahmen werden daher empfohlen. Die hohe Nebenwirkungsrate der Antibiotika führt in der Praxis zu einem erheblichen Compliance-Problem. Aus Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen kann die Einnahme der Antibiotika vollständig unterbleiben oder es findet eine eigenmächtige Dosisreduktion durch den Patienten statt. Beides ist verbunden mit dem Risiko der Verschlechterung der Grunderkrankung der Resistenzentwicklung von Keimen und von Erkrankungsrezidiven die dann zum Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika zwingen (Circulus vitiosus). Andererseits ist auch ein unkritischer Einsatz von Antibiotika zu beobachten. Zur Vermeidung unnötiger Toxizität sollte der Arzt Einsatz und Anzahl der Antibiotika begrenzen Nebenwirkungen kennen und sofort erkennen den erhofften Therapieeffekt gegen das Risiko der Nebenwirkungen abwägen ... wt


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