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October 2021

SOFORT- UND SPÄTWIRKUNG VON KOHLENSÄURE- UND THERMALWASSERBÄDERN UNTERSCHIEDLICHER TEMPERATUR AUF BLUTDRUCK UND HERZFREQUENZ BEI GRENZWERTHYPERTONIKERN

Abstract: Aus dem Institut für Medizinische Balneologie und Klimatologie der Universität München Vorstand: Prof. Dr. med. E. Senn Dissertation zum Erwerb des Doktorgrades der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München vorgelegt von Beatrice Binder-Irlacher aus Rijeka 1987 ZUSAMMENFASSUNG Während eines vierwöchigen stationären Heilverfahrens in Bad Füssing wurden zwei Gruppen aus jeweils 24 Grenzwerthypertonikern mit den kliniküblichen physikalischen bewegungstherapeutischen und balneologischen Maßnahmen behandelt. Zur Prüfung der Sofort- und Spätwirkung von Kohlensäurebädern unterschiedlicher Temperatur auf den Blutdruck und die Herzfrequenz erhielt die Versuchsgruppe zusätzliche Wannenbäder. Die Sofortwirkung wurde an den ersten vier randomisierten Wannenbädern jeweils mit und ohne CO2-Zusatz sowie in den Temperaturbereichen 33 - 34 °C und 35 - 36 °C untersucht. Es zeigte sich in der 15-minütigen Badephase unter Vollimmersion sowohl bei den CO2-haltigen als auch bei den CO2-freien Bädern ein signifikanter Abfall des systolischen und diastolischen Blutdrucks während in der Herzfrequenz nur geringe Veränderungen auftraten. Die Kohlensäurebäder waren den Wasserbädern in der blutdrucksenkenden Wirkung signifikant überlegen. Bei 35 - 36 °C war die Blutdrucksenkung gegenüber 33 - 34 °C nur im CO2-freien Bad stärker ausgeprägt. Bei den Kohlensäurebädern war dies nicht der Fall. Im wärmeren CO2-Bad trat im Vergleich zum kühleren lediglich eine geringfügig höhere Herzfrequenz auf. In der 15-minütigen Nachbeobachtungsphase im Anschluß an das Bad kam es stets zu einem Wiederanstieg des Blutdrucks wobei die Ausgangswerte vor Beginn des Bades nicht wieder erreicht wurden. Die blutdrucksenkende Akutwirkung des CO2-Bades blieb auch bei den zu Kurende absolvierten Bädern praktisch unverändert erhalten. Zu Kurende wiesen dabei die Grenzwerthypertoniker vergleichsweise geringere Blutdruckwerte auf. Ein zusätzlicher blutdruckregulatorischer Effekt konnte durch die verabreichten CO2-Wannenbäder gegenüber der Vergleichsgruppe nicht gesichert werden nachdem die Veränderungen des Ruheblutdrucks während der Kur zwischen beiden Kollektiven keinen signifikanten Unterschied zeigten. So ergab sich bei der Versuchsgruppe eine Abnahme des mittleren systolischen Blutdrucks von 157 1 ± 2 1 mm Hg zu Beginn auf 133 8 ± 2 2 mit Hg bei Beendigung des Heilverfahrens bei der Kontrollgruppe von 161 0 ± 2 3 auf 138 5 ± 3 0 mm Hg. Der diastolische Blutdruck fiel in der Versuchsgruppe von 98 5 ± 1 2 auf 85 2 ± 1 5 mm Hg in der Kontrollgruppe von 98 8 ± 1 7 auf 87 3 ± 1 6 mm Hg. Auch im Ausmaß der Blutdruckveränderungen unter fahrradergometrischer Belastung war zwischen den beiden Gruppen kein wesentlicher Unterschied zu ermitteln. Eine Abhängigkeit der Blutdruckabnahme von Veränderungen des Trainingszustandes oder des Körpergewichts konnte nicht belegt werden. Die Ergebnisse dokumentieren daß nicht nur CO2-Bäder sondern auch CO2-freie Wannenbäder während der Badedauer den Blutdruck senken und diese Effekte schon in dem relativ engen Temperaturbereich von 33 - 36 °C modifiziert werden. Dies gilt zumindest für Patienten mit Grenzwerthypertonie. Bei dieser Patientengruppe wirkt ein komplexes Kurprogramm mit balneologischen physikalischen und bewegungstherapeutischen Mitteln das nicht speziell auf eine Hochdruckbehandlung ausgerichtet ist bereits blutdrucksenkend. Im Kurverlauf eingestreute CO2-Bäder führen in dieser Hinsicht nicht zu einem Mehrgewinn. ___MH


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