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October 2021

Bad Windsheim hat die Zukunf t im Visier - Intervall-Kur als Gesundheitstraining

Journal/Book: H u K 38 6/86 182 - 184. 1986;

Abstract: Im weiten Aischgrund ruht ein stilles Eden Fern von der Straße hartem Wagenklang. Ich fand zur Rast ein gastlich Haus geöffnet Und aus der Seele zog ein froher Klang. Von Ferne grüßt die sanfte Frankenhöhe Und weithin zieht ein früchteschweres Land. Vor meinem Fenster stehen dunkle Fichten Und alte Linden ziehn ein grünes Band. Ein kostbar' Gut bewahrt der harte Boden, Aus dunkler Tiefe fließt ein Segensquell, Dem müden Kranken hilfreich Trost zu spenden; Heilkräftig Wasser strömet köstlich hell. Das war das erste Lob in Versen das ein poetischer Kurgast auf das junge Heilbad Windsheim verfaßte anno 1906. Damals hatte man nach jahrelangen Vorbereitungen soeben das Kurhaus eröffnet. 300 Bäder wurden in der ersten Saison verabreicht. Es war ein mühsamer Weg bis aus "dunkler Tiefe heilsames Wasser strömte" wie es in der zitierten Hymne heißt. Denn weder Fürstengunst noch Bürgeradel machten Windsheim zum Heilbad. Vielmehr waren es einzig und allein die wagemutigen Entschlüsse und die harte Arbeit einzelner. In diesem Sinne bekannte die Windsheimer Zeitung" am 11. Juli 1906 ganz freimütig: "Wer hätte das jemals gedacht? Windsheim ein Badeort! Darüber zuckten viele spöttisch die Achseln." Jedoch trotz vieler Widerstände und Halbherzigkeiten machte sich die ehemalige Reichsstadt Windsheim vor 80 Jahren auf den Weg in eine "balneologische Zukunft". Zwar erzählte man sich schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von einem "Gesundbrunnen" auf reichsstädtischem Territorium. Er sprudelte auf dem Kehrenberg; Zigeuner sollen ihn dort entdeckt haben. Prompt erschien 1752 eine interessante Beschreibung dieser Bitterquelle. Aber Dr. Hirschings Bericht war kein Thema im Hohen Rat der Stadt. Seinerzeit hatte Windsheim seit einem halben Jahrtausend Freie Reichsstadt noch ausgesprochen reichspolitischen Ehrgeiz. Damit war es jedoch 1803 nach dem Reichsdeputationshauptschluß von Regensburg jäh zu Ende. Die selbstbewußte Freie Reichsstadt fiel zurück in die Unbedeutsamkeit eines fränkischen Landstädtchens. einverleibt vom bayerischen Königreich. Sowohl Verkehrserschließung als auch Industrialisierung machten einen Bogen um die Stadt. Ein Jahrhundert der Resignation begann... hl


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