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January 2022

Additive Moorbehandlung bei Rheuma*)

Journal/Book: H u K 37 3/85 S. 64-66. 1985;

Abstract: *) Vortrag anläßlich der Sitzung des Ausschusses für Peloide am 28. September 1984 in Bad Salzschlirf Das Thema "additive Moorbehandlung bei Rheuma" ist vielschichtig. Selbst Definitionen sind problematisch: 1. .Rheuma" was ist das überhaupt? 2. "Addition" was soll addiert werden? 3. Warum ausgerechnet "Moor" als Heilmittel in der Balneotherapie? Der Begriff .Rheuma" im eigentlichen klassischen Sinn charakterisiert durch den "fließenden Schmerz" im Bereich von Bewegungs- und Stützorganen hat solch heterogene Ursachen daß eine wissenschaftlich zu definierende pathogenetische Einheit nicht zugrundegelegt werden kann. Mein Lehrer V o i t (10) weist noch 1958 in seiner Monographie "Der Rheumatismus" auf die Vieldeutigkeit und Unklarheit des Begriffes . Rheumatismus" hin und reserviert für den eigentlichen Rheumabegriff nur das akute rheumatische Fieber die chronische Polyarthritis und die Spondylarthritis ankylopoetica. Wir fassen heute den Rheumabegriff wesentlich weiter. Wir sind uns allerdings darüber völlig im klaren daß wir den Begriff nur symptomatologisch anwenden und daß sich unter dem Rheumabegriff ätiologisch-pathogenetisch und klinisch-nosologisch die unterschiedlichsten Erkrankungen subsummieren (11). Knochen Gelenke Muskeln Schleimbeutel Sehnen Fascien Nerven und Gefäße können Veranlassung zu "rheumaähnlichen" Beschwerden geben. Wir fassen deshalb mit dem Rheumabegriff nicht nur die entzündlichen sondern auch alle degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates zusammen. Hierher gehören letztlich auch die chirurgischen Maßnahmen und deren Folgen die in der Rheumatologie sowohl zur Prävention als auch zur Rekonstruktion betroffener Körperpartien angewandt werden (1). Neben den artikulären und periartikulären Erkrankungen spielt zusätzlich in der modernen Rheumatologie auch der Terminus "Weichteilrheumatismus" eine bedeutsame Rolle. Auch dieser Begriff (11) ist schwer zu definieren. M ü l l e r (11) empfiehlt den Begriff "Weichteilrheumatismus" als Oberbegriff dem Leitsymptom der akuten subakuten oder chronischen Schmerzen in den Weichteilen zuzuordnen häufig kombiniert mit lokomotorischer Funktionsbeeinträchtigung. Es handelt sich also auch hier um eine rein symptomatologische Terminologie welche versucht unterschiedlichste Pathomechanismen zu umfassen. Klar umrissen (11) sind letztlich nur die entzündlichen und die degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenaffektionen. Die sozialmedizinische Bedeutung der hier genannten Formenkreise ist sehr groß (12) denn 3% bis 6% aller Krankheiten überhaupt gehören hierher. 1981 (1) schätzte man daß etwa 20 Millionen Bürger der Bundesrepublik Deutschland rheumatologischer Betreuung bedurften. Zu dieser Zahl ist wahrscheinlich noch eine gewisse Dunkelziffer hinzuzurechnen. Gestorben sind 1981 in Westdeutschland 1500 Menschen an den Folgen eines chronischen Gelenkrheumatismus speziell an Herzkomplikationen und 35 Kranke die an einem akuten rheumatischen Fieber litten. ... ___MH


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