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January 2022

Terrainkuren und ihre Grenzen*

Journal/Book: H u K 37 5/85. 1985;

Abstract: *Aus dem Institut für Medizinische Balneologie und Klimatologie der Universität München (Vorstand Professor Dr. med. Heinrich Drexel) Entwicklung und heutige Form der Terrainkuren Im Jahr 1885 hat Oertel die Terrainkuren als systematische Behandlungsmethode von Kreislaufstörungen propagiert. In seinem Buch "Über Terrainkurorte" formulierte er über das Zusammenspiel von Mensch und Gelände (5): .Die beständige Überwindung dieser der Bewegung dem Gehen sich entgegenstellenden Hindernisse wird zur Gymnastik wird zu einer mächtig und unsichtbar wirkenden Kraft welche nicht nur gesunde Körper schafft sondern auch zur Wiederherstellung verwendbar gemacht werden kann wenn der Körper Schaden gelitten. Die Beschaffenheit des Bodens wurde bis jetzt eigentlich noch nicht zu Heilzwecken benutzt obgleich die mit der Überwindung der verschiedenen Terrainverhältnisse mit dem Gehen Steigen und Bergsteigen verbundene Gymnastik sowohl den Muskelapparat überhaupt kräftigt als insbesondere das Herz und den Blutkreislauf in ganz außerordentlicher Weise beeinflußt." Unerläßliche Voraussetzung zur Terrainkur ist die Dosierung der physischen Leistung nach ärztlicher Vorschrift; deshalb schlägt Oertel eine Klassifizierung der Terrainverhältnisse also die Einführung von Terrainkurwegen vor. Entscheidend ist dabei für ihn das Vorhandensein von Wegen auf Höhen und Bergen die gut erhalten leicht begehbar hinreichend breit sein und nicht an steil abfallenden Abgründen vorbeifuhren dürfen. Er unterscheidet vier Kategorien von Terrainkurwegen: - Ebene gut begehbare Wege über welliges Terrain - Wege auf Höhen von geringer Steigung - längere Wege auf stärker ansteigende Höhen oder Berge - steile mühsam zu ersteigende Bergpfade. Orte die auf diese Weise bezeichnete Wege aufweisen können werden dann von Oertel "Terrain-Kurorte" genannt. Bereits im Jahr 1886 führten verschiedene Kurorte hauptsächlich die klimatischen Kurorte der Alpenländer Terrainkuren durch. Im Lauf der Jahre hat sich dann aber der Trend hin zu Badekuren auch in der Herzkreislauftherapie entwickelt. Deshalb gab es in den einzelnen Orten immer weniger Terrainkuren und die markierten Übungswege verfielen. Erst in den letzten Jahren ist wieder eine Entwicklung hin zur Terrainkur zu verzeichnen wobei sich vor allem die Heilklimatischen Kurorte und Luftkurorte verstärkt bemühen. Aber auch in einzelnen Sanatorien wird wieder eine Kur im Gelände durchgeführt. Vorreiter dieser neuen Richtung war Beckmann mit seinem "Ohlstädter Modell". Dabei werden Patienten unter ärztlicher Aufsicht auf verschiedene teilweise recht anforderungsreiche Wege geschickt. ... ___MH


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