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September 2019

Der Patient mit gestörter Leiberfahrung eine Aufgabe für Kurmedizin und Kurseelsorge

Journal/Book: H u K 36 1/84 S. 223-227. 1984;

Abstract: Dr. med. Christoph Kirschner Chefarzt der Kurklinik Hochstaden Bad Neuenahr-Ahrweiler Im Einleitungstext zu dieser Tagung finde ich den Appell daß Medizin und Kirchen sich in den Heilbädern und Kurorten zu einer konzertierten Aktion zusammenfinden mögen damit die therapeutischen Bemühungen am Kurort ganzheitlichen Charakter für den Kurgast und Kurpatienten in seiner Krankheit haben werden. Das klingt in der These so selbstverständlich daß sich Widerspruch erübrigt und in der Zielsetzung gleichzeitig sehr ideal und wohl auch noch weit entfernt von der Realität weil - so meine ich - jeder schmerzlich die Verwerfungen in den Strukturen spürt die uns täglich hindern dieses Ziel zu verwirklichen. Wie sieht es denn aus mit der Ganzheitsmedizin in den Heilbädern und Kurorten jenseits ideologischer Etiketten von Außenseitermethoden? Wie sieht es aus mit der Ganzheitsseelsorge und der ganzheitlichen Sorge um Seele und Leib in der Praxis der Kirchen in den Heilbädern und Kurorten? Ein Beispiel: Um organisatorische Barrieren der Zusammenarbeit zwischen Medizin und Kirchen zu beseitigen bemühten wir uns vor Jahren in Bad Neuenahr einen gemeinnützigen Verein zu gründen als Träger eines Gesundheitszentrums in dem dem Kurgast mit vielfältigen Angeboten allgemeine Lebens- und Daseinshilfen in einem Mosaik der Fachdisziplinen geboten werden sollten. Die Kurverwaltung lud zur Beteiligung an diesem Zentrum und an diesem Verein die im Ort vertretenen gesetzlichen Krankenkassen die Rentenversicherungsträger die Kirchen (die Diözese die Evangelische Landeskirche und die Pfarrgemeinden) die Stadt und den Kreis ein um mit finanzieller Beteiligung und rechtlichen Möglichkeiten der Mitbestimmung ein solches Unternehmen zu gründen. Was geschah? Alle bekundeten ihr intensives Interesse lehnten aber ab weil die Strukturen ihrer Organisationen eine unmittelbare Beteiligung nicht möglich sein lasse. Alle hatten Hemmungen die Verfügungsgewalt über Investitionen und Beteiligungen an ein Gemeinschaftswerk mit anteiligem Stimmrecht abzutreten. In Erinnerung an diese Erfahrung und bei dem Thema meines Vortrages denke ich an den Ausspruch des Soziologen Niklas L u h m a n n : "Wir haben heute viele Ordnungen aber keine Ordnung." Ich meine es ist auch das Schicksal vieler Menschen heute in einer pluralistischen Gesellschaft trotz sehr mobilem und häufigem Rollenwechsel in den verschiedenen Ordnungen und gesellschaftlichen Strukturen ihre Lebensordnung und damit das Gefühl einer Identität nicht zu finden. Kurz gesagt vielen etablierten Ordnungen stehen viele Menschen mit häufig gestörter Lebensordnung gegenüber. ___MH


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