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August 2019

ALPINMEDIZIN (VIII) Hypoglykämie im Hochgebirge

Journal/Book: ÄRZTLICHE PRAXIS XXVI. Jahrgang Nr. 72 September 1974. 1974;

Abstract: Dr. med. R. Campell sen. CH - Pontresina Es dürfte sehr lehrreich sein bei Leuten mit Neigung zu Bergkrankheit und bei Individuen mit niedrigen Blutzuckerwerten systematisch - in verschiedenen Höhen - mit und ohne Anstrengung mit und ohne Frühstück die Blutzuckerwerte nachzukontrollieren. Dies könnte auch bei Jugendlichen die in der Höhe kollabieren oder in nüchternem Zustand leicht zu Ohnmachten neigen wichtige Hinweise für die erste Hilfe vermitteln es könnte auch für die allgemeine Medizin von Interesse sein. - Sicher ist daß für ein richtiges Funktionieren von Gehirn Herz und Muskulatur unter den erschwerten Bedingungen des Hochgebirges der Glykosehaushalt eine große Rolle spielt und daß Zuckermangelerscheinungen schwerwiegende Folgen haben können. Man spricht heute in der Bergsteigerliteratur sehr oft von Ermüdung von Erschöpfung Ohnmacht Unterkühlung Bergkrankheit Bergungstod etc. Es sind das schließlich alles nur Symptome vom Versagen des menschlichen Organismus bei Höchstleistungen im Hochgebirge. Damit können wir uns als Ärzte nicht zufrieden geben. Wir müssen vielmehr versuchen die Ursachen dieser Zustände näher zu ergründen. Zum Teil sind es Schwächeanfälle oder Krankheitsanlagen die erst bei größerer Beanspruchung in Erscheinung treten. Oft liegen dem plötzlichen Versagen auch nur Fehler in der Ernährung oder in der Lebensführung zugrunde manchmal Mißbrauch mit Alkohol Nikotin oder Medikamenten dann Mangel an Schlaf an Training oder Höhenanpassung Gewöhnung an Kälte etc. Dies alles verlangt von uns Ärzten daß wir beim Betrachten des Versagens versuchen plausible Ursachen festzustellen die den einen mehr den anderen weniger angreifen; und kennen wir schließlich die Ursachen so ist es auch leichter vorzubeugen und im Ernstfall zu behandeln. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich unter anderem auch die Zustände etwas näher zu betrachten die mit einem gestörten Glukosegehalt des Blutes zusammenhängen weil davon die richtige Ernährung des ganzen Organismus speziell von Gehirn Herz und der arbeitenden Muskulatur in Mitleidenschaft gezogen wird. Diesen Tatsachen hat man meiner Ansicht nach bisher im alpinen Schrifttum wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Als alter Alpinist und aus meiner 50jährigen Erfahrung als Arzt im Hochgebirge gestatte ich mir auf einige Beobachtungen hinzuweisen die mir in diesem Zusammenhang bemerkenswert erscheinen: 1. Eine Tatsache die auch anderen Ärzten bekannt sein dürfte ist die daß Diabetiker welche im Tiefland während längerer Zeit auf eine bestimmte Dosis Insulin eingestellt waren beim Übersiedeln ins Hochgebirge (z. B. auf 1800 m) weniger Insulin brauchen um im Urin zuckerfrei zu sein und normale Blutzuckerwerte zu erzielen. Sie müssen neu eingestellt werden wenn sie nicht riskieren wollen in den Ferien hypoglykämische Zustände zu erleiden. ... ___MH


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