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March 2019

Das Klima als Heilfaktor

Journal/Book: Wiener Medizinische Wochenschrift Separatabdruck aus 104. Jahrg. 1954 Nr. 12 (S. 233-237). 1954;

Abstract: Univ.-Prof. Dr. W. Amelung (Königstein/Taunus) Die Bioklimatik ist das Grenzgebiet zwischen Meteorologie Geophysik Lichtforschung und Medizin. Die Kenntnisse von den Wetterwirkungen und den klimatischen Gegebenheiten der einzelnen Klimaformen ja einzelner Gegenden sind heute schon gut unterbaut obwohl die Meteorologie im Gegensatz zu allen anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen sich kaum des Experimentes bedienen kann sondern nur auf Empirie und Statistik zur Sicherung ihrer Ergebnisse angewiesen ist. Auch scheinen die Erfolge 'bestimmter klimatherapeutischer Verordnungen bei bestimmten Störungen des menschlichen Organismus gesichert zu sein. Aber wie im einzelnen die klimatischen Reize im Organismus wirken und welche Faktoren von Wetter und Klima dabei die entscheidenden sind ist vielfach noch ungewiß. Jedenfalls entspricht die wissenschaftlich-experimentelle Analyse der Klimaeinwirkungen noch nicht dem hohen Stand der heutigen physiologischen und biologischen Forschung auf anderen Gebieten der Medizin. Auch die Klimaheilkunde kann nur dann Fortschritte erzielen wenn sie auf der Basis exakter naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung zum Studium der Vorgänge in der Atmosphäre und ihrer Einwirkungen auf den menschlichen Körper beruht. Im folgenden soll auf einige neue Erkenntnisse der bioklimatischen Forschung aufmerksam gemacht werden die allgemein biologisch bemerkenswert sind und auch für den Arzt in der Praxis bedeutsam sein dürften. Das Klima eines Ortes wird im Wechsel der Jahreszeiten und durch großräumige Wettereinflüsse immer erneut umgestaltet. Das "Kurklima" das den Arzt interessiert kann also auch keine konstante Größe sein und es ist nicht durch allgemein gültige Werte festzulegen. Mit Recht fordert deshalb C o r d e s daß jede Klimabezeichnung auch den für die Landschaft charakteristischen Witterungstyp enthält. Bekanntlich nimmt man seit etwa 30 Jahren an daß zwischen dem Auftreten atmosphärischer Fronten beziehungsweise einem Luftkörperwechsel und dem gruppenweisen Auftreten von Krankheiten Zusammenhänge bestehen (M e t e o r o p a t h o l o g i e de R u d d e r). Neuere meteorologische Untersuchungen haben gezeigt daß die bisherige Einteilung der Wettervorgänge zu schematisch war und daß Wettergeschehen zusammengefaßt wurden die völlig heterogen sind (F. B e c k e r F l o h n u. a). Das Einteilungsprinzip des Frankfurter Meteorologen R. M ü g g e erfaßt alle Formen des zyklogenetischen und antizyklogenetischen Geschehens in der Atmosphäre. Für die zyklogenetischen Vorgänge ist charakteristisch daß in ihnen Energien frei werden die sich der Umwelt mitteilen. Von den antizyklogenetischen Vorgängen sind auch die Abgleitvorgänge mit Inversionen des sogenannten freien Föhns von pathogenetischer Bedeutung. Das sogenannte störungsfreie Wetter Absinken ohne ausgeprägte Gleitflächen ist höchstwahrscheinlich meteoropathologisch ohne Bedeutung es kann aber heilklimatisch sehr bedeutsam werden. ... ___MH


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