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December 2019

Die biometeorologischen Einflüsse auf die Entstehung der Appendicitis*

Journal/Book: Langenbecks Arch. u. Dtsch. Z. Chir Bd. 269 S. 409-424 (1951).. 1951;

Abstract: Aus der Chirurgischen Klinik der Universität Tübingen (Direktor. Prof. Dr. TH. NAEGIELI) und der Bioklimatischen Forschungsstelle des Landeswetterdienstes Tübingen (Leiter: Reg.-Rat Dipl.-Ing. K. DAUBERT). *Herrn Prof. Dr. TH. NAEGELT ZUM 65. Geburtstag gewidmet. Zusammenfassung. 1. Es wurde der statistische Nachweis erbracht daß die Appendicitis zu den meteorotropen Krankheiten gehört. 2. Wie schon durch die Arbeiten von BECKER gezeigt wurde ist es möglich durch eine stündlich vorgenommene Feinanalyse der Wettervorgänge den meteorotropen Einfluß des Wettergeschehens genauer zu spezifizieren als durch eine reine Frontenbetrachtung. Es soll damit noch nicht entschieden sein ob die vorgenommene Einteilung der verschiedenen Wettervorgänge in dieser Form beizubehalten ist. Wichtig ist jedoch daß die Analyse während des Untersuchungszeitraumes unbedingt einheitlich und möglichst ohne Wechsel des meteorologischen Personals vorgenommen wird. 3. Eine Vorhersage der meteorotropen Situation ist auf Grund der obigen Untersuchungen möglich. 4. Es wurde festgestellt daß die Vorgänge in der freien Atmosphäre von größerer Bedeutung sind als die Einflüsse des Bodenmilieus. Daß die Vorgänge im Bodenmilieu aber auch mitbeteiligt sind geht aus dem Einfluß von Schwüle und Ozon hervor. 5. Es wurden 2 Gruppen von meteorotropen Situationen herausgearbeitet: a) alle diejenigen Vorgänge in der freien Atmosphäre die mit stärkeren Vertikalbewegungen und kräftigen Kondensationserscheinungen verbunden sind b) diejenigen kombinierten Vorgänge die vor allem beim Übergang von einem Hochdruck- zu einem Tiefdruckgebiet auftreten (Absinkvorgänge in den unteren Schichten und beginnendes Aufgleiten in größeren Höhen). Wichtig ist daß diese Situation auch beim Übergang zu einer Schönwetterlage und zwar beim Vorstoß eines warmen Hochdruckgebietes (Azorenhoch) auftreten kann. In beiden Fällen ist meistens ein Anstieg der unteren Stratosphärengrenze zu beobachten. 6. Als ungestörtes Wetter bei dem die geringste Anzahl von Appendicitisfällen festgestellt wurde hat sich (statistisch gesichert) ergeben: a) Hochdrucklagen mit Absinkvorgängen b) die Gebiete zwischen 21 Störungen bei denen keine besonderen Vertikalbewegungen zu beobachten sind. 7. Die kausale Wirkung der unter 5a und b genannten Vorgänge ist damit noch nicht geklärt. Es ist nicht beabsichtigt zu den vorhandenen Theorien über das vornehmliche Agens bei diesen Erscheinungen (Luftdruckoscillationen29) oder Hochfrequenzstrahlung15 H- und T-Strahlung nach BORTELS18 (b) usw.) eine neue hinzuzufügen. Durch die Hochfrequenzstrahlung ließen sich die Vorgänge unter 5a am besten erklären. Ob auch die Einflüsse der unter 5b genannten Vorgänge damit erklärt werden können muß weiteren Untersuchungen vorbehalten bleiben. Vielleicht läßt sich gerade bei diesen Vorgängen die Brücke schlagen zu Vorgängen auf der Sonne und zu ionosphärischen Störungen. Welchen Wert haben nun diese Untersuchungen für den Chirurgen? In bezug auf die Appendicitis leider noch keine praktischen. Man kann eine Appendicitis nicht verhüten wenn man auch noch so gut weiß bei welchen Wettervorgängen sie in gehäuften Fällen zu erwarten ist weil man nicht zu sagen vermag wen sie trifft. Man kann aber dem theoretischen Fragenkomplex der Appendicitis näherrücken indem man zu klären versucht welche der möglichen Ursachen einer Appendicitis einen Zusammenhang mit meteorologischen Vorgängen zeigt. Es soll dies die Aufgabe einer nächsten Arbeit sein denn Ausführungen in dieser Richtung würden zur Zeit nur in Hypothesen verharren ohne experimentell oder statistisch gesicherte Tatsachen bringen zu können. Erwähnt sei nur noch eine durch Experiment gesicherte Beobachtung von WILDFÜHR23 da sie dem Chirurgen im allgemeinen nicht zugänglich ist. Er stellte fest daß der Opsonin- und Alexingehalt des menschlichen Blutserums zur Zeit vor Frontdurchgängen sinkt. Er beobachtete nun mehrere Fälle chronisch rezidivierender Appendicitis bei denen nach Frontdurchgang eine akute Entzündung einsetzte nachdem im Beginn des frontalen Vorgangs ein Absinken des Alexin- und Opsoningehaltes festgestellt werden konnte. Dies besagt daß wenn man die Alexine und Opsonine als Ausdruck einer allgemeinen Resistenz anerkennt dem Manifestwerden des Krankheitsprozesses eine frontbedingte Resistenzabschwächung vorausgeht. An den zahlreichen Messungen und deren Auswertung waren die Herren der Bioklimatischen Forschungsstelle vor allem Dipl.-Met. E. KING beteiligt. ___MH


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