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July 2021

Phytopharmaka auf Kassenrezept: Kluft zwischen Theorie und Praxis

Journal/Book: Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 41 10 (2000) 706-707. 2000;

Abstract: Umfragen zufolge genießen pflanzliche Arzneimittel höchstes Ansehen in der Bevölkerung. Dennoch nimmt ihr Anteil an den GKV-Verordnungen in den letzten Jahren kontinuierlich ab. Diese Entwicklung ist um so schwerer zu verstehen als diese Medikamente nicht selten billiger und besser verträglich als vergleichbare chemisch-synthetische Präparate sind. Erstens: die Zahl der Patienten die mit pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden wollen wächst stetig. Zweitens: Nach § 11 Abs. 1 in Verbindung mit § 31 SGB V haben die Versicherten im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen auch einen Rechsanspruch auf Versorgung mit allen zur Behandlung ihrer Krankheit erforderlichen verordnungsfähigen Arzneimitteln - und dazu gehören auch die Phytoharmaka. Und drittens: Bei verschiedenen Indikationen stellen pflanzliche Arzneimittel eine - wissenschaftlich dokumentierte- sinnvolle und noch dazu wirtschaftliche Alternative oder Ergänzung zu synthetischen Arzneimitteln dar. Logische Schlussfolgerung: Die Verordnungen von pflanzlichen Arzneimitteln sollten in den letzten Jahren angestiegen sein oder zumindest ihr Niveau gehalten haben. Dem ist jedoch nicht so - ganz im Gegenteil. Diese Medikamente werden immer seltener verordnet. 1996 haben die gesetzlichen Krankenkassen 2 2 Milliarden für Phytopharmaka bezahlt 1998 waren es noch 1 95 Milliarden DM und 1999 wurden Phytopharmaka nurmehr für 1 68 Milliarden DM auf Kassenrezept verordnet. Der Rückgang der Kassenleistung betrug also 14 Prozent! Mit dem Hinweis auf notwendige allgemeine Sparmaßnahmen lässt sich diese Restriktion jedenfalls nicht begründen betonte Prof. Dr. Dr. M. HABS Karlsruhe auf der jüngsten Pressekonferenz des Komitees Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) in München. Wie die Entwicklung der Kosten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Arzneimittel zeigt hat die Solidargemeinschaft in diesem Zeitraum nicht weniger sondern mehr Geld für Medikamente ausgegeben. 1998 waren es 33 37 Milliarden DM 1999 stiegen die GKV-Ausgaben für Medikamente auf 36 2 Milliarden DM. Und das obwohl die Patienten mengenmäßig weniger Arzneimittel verordnet bekamen als im Vorjahr. Für die Gesamtversorgung bedeutet dies dass sich der Trend zur Zwei-Klassen-Medizin auch in diesem Bereich weiter verstärkte. ... wt


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