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August 2021

Zum Wandel technischer Hilfen (AT) - Eine Technikfolgenabschätzung aus rehabilitativ-anthropologischer Sicht

Journal/Book: Rehabilitation 2000; 39: 249-254. 2000;

Abstract: 1 Institut für angewandte Rehabilitations-Wissenschaft (IfaR) Köln 2 Universität Gießen Zentrum für Kinderheilkunde Abt. Neuropädiatrie und Sozialpädiatrie Dr. med. Jörn Greve Gilserberg-Lischeid Zusammenfassung. Ausgehend von praktischen Erfahrungen beim Einsatz komplexer computergestützter Kommunikationshilfen (CAS-aids) wird nach prognostischen Kriterien gesucht um zu einer Einschätzung für die Effektivität von technischen Hilfen (AT) zu gelangen. Solche Bewertung verlangt ein ganzheitliches Vorgehen wie in der ICIDH-2. Das wird am Beispiel mechanischer bis zu computergestützten Hilfen auf der Basis sozial-anthropologischer Erkenntnisse zum Wesen kommunikativer Prozesse demonstriert. "Reziprozität" erweist sich dabei als ein geeignetes semi-qualitatives Kriterium um dynamische Gleichgewichtssituationen auf allen Ebenen zu beschreiben. Nur bei dialogischer Rückbezüglichkeit oder Reziprozität lässt sich wirkliche Teilnahme (Partizipation) gewährleisten. Im Fall technischer Hilfen muss sich die funktionelle Abstützung auf Fähigkeiten und das Aktivitätsniveau des Rehabilitanden vor allem auf die Dimensionen der Partizipation auswirken. Bei dieser ganzheitlichen Bewertung kann der funktionell-technische Ausgleich allein nicht sämtliche Bedingungen sozialer Partizipation oder Balancen gleichwertig berücksichtigen. Die Differenzierung sozialer Systeme mit ihren Auswirkungen für behinderte Menschen also die Kontextfaktoren der ICIDH-2 erweisen sich als ganz entscheidend für die prognostische Einschätzung der Effektivität in Bezug auf die erreichbare Partizipation. Eine umfassende psycho-sozio-funktionelle Bewertung erfordert daher ein auf das gegebene Umfeld bezogenes (sozio-strukturell bzw. morphologisch) vergleichendes Vorgehen. Dabei wird deutlich dass technisch erreichbare Verselbständigung allein zur Isolation führen kann wenn nicht auch die regionale Vernetzung mit partnerschaftlicher und zwischenmenschlicher Nähe vorhanden und "technologisch" abrufbar ist. Assistive Technology in Transition: Assessing the Implications of Technological Change from a Rehabilitative Anthropological Perspective. Practical experience in adjusting complex computer-assisted (CAS) communication aids has resulted in a search for prognostic criteria useful in evaluating the efficacy of technical aids. Such evaluation implies a holistic approach as is included in the ICIDH-2. These circumstances are demonstrated by examples ranging from mechanical to computer-assisted (CAS) aids. "Reciprocity" has turned out to be a valid semi-qualitative criterion in describing the dynamic equilibration of the rehabilitative issues involved. Only a dialogical situation with reciprocity will lead to sustainable participation. In case of technical aids a conjunction of abilities and the qualitative level of activities in disabled people have to be taken into account to provide all dimensions of participation. In this holistic approach social participation and balance will equally be respected. The differentiation of social systems with unequal consequences for people with disabilities in terms of environmental factors or e-code of the ICIDH-2 have to be considered for prognostic evaluation with regard to efficacy and possible participation. A comprehensive psycho-socio-functional rating therefore has to include a comparative (socio-structural or morphological) analysis of the environment at hand. This approach will invariably show that technical aids alone are unable to ensure individual independence but rather may lead to isolation if there is no regional or local networking based on partnership and close interpersonal relations to be drawn on "technically". Key words: Reciprocity as socio-anthroplogical criterion in rehabilitation - Evaluation of assisted technical (AT) and computer-assisted (CAS) aids in relation to ICIDH-2 wt

Keyword(s): Reziprozität als Vergleichsmaßstab bei der Rehabilitation - Bewertung technischer und besonders computergestützter Hilfen in Bezug auf die ICIDH-2


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