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October 2021

Fieber im Kindesalter Wie soll man vorgehen in unklaren Fällen?

Journal/Book: MMW-Fortschr. Med. - Nr. 37/ 1999; S. 25/ 577; (141 Jg.). 1999;

Abstract: Prof. Dr. med. Reinhardt D.; München Wann haben Sie zum letztenmal - zum Beispiel im Bereitschaftsdienst - einen fiebernden Säugling gesehen? Es ist ja nicht immer und überall ein kinderärztlicher Notdienst zur Stelle. Schon die körperliche Untersuchung kann bei einem schreienden Säugling eine ernste Klippe darstellen sollte aber zur Abklärung lokalisierter Entzündungsherde (Otitis media Pyelonephritis Pneumonie etc.) unbedingt sorgfältig durchgeführt werden. Es kommt bei Fieber (> 38 5° Celsius) primär darauf an aufgrund der Anamnese und des physikalischen Befundes zu unterscheiden ob ein septischer ein bakteriell fokaler oder ein vermutlich harmloser viraler Infekt vorliegt. Sind diese Bedingungen ausgeschlossen ist für das weitere Vorgehen vor allem das klinische Gesamturteil ausschlaggebend - mit einer Besonderheit: Neugeborene und Kinder bis zu einem Alter von drei Monaten mit Fieber sollten auch dann stationär eingewiesen werden wenn der klinische Gesamteindruck für einen milden Verlauf spricht. Das Risiko schwerer Komplikationen (Bakteriämie Sepsis Meningitis) ist in diesem Alter besonders hoch. Kinder im Alter von drei Monaten bis drei Jahren haben bei unklarem Fieber (nicht viral ohne Fokus) ebenfalls noch ein deutlich erhöhtes Risiko im Vergleich zu älteren Kleinkindern oder Schulkindern wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Eine empirische Antibiotikatherapie muß erwogen werden. Hier kann sich der Arzt aber schon eher auf das klinische Bild verlassen. In diesem Alter ist eine häusliche Betreuung möglich wenn das Kind der Low-risk-Gruppe zugeordnet werden kann und engmaschige Kontrollen möglich sind (siehe Beitrag Müschenborn-Koglin et al. S. 26 ff.). Für die Zuteilung zur Low-risk-Gruppe benötigt er aber ergänzend ein Blutbild (inklusive Diff.-BB) und eine Urinanalyse (Stix). Zusammenfassend ist auch bei Kindern die Prognose der nicht aufgeklärten fieberhaften Erkrankungen in der Mehrzahl gut. Dennoch ist das bestehende Restrisiko einer schweren bakteriellen Infektion oder gar Meningitis zu hoch um nicht ganz strenge Richtlinien bei der Aufklärung des Fiebers unklarer Genese zu verfolgen. Die Krankheiten die einem anhaltenden ungeklärten Fieber bei Kindern zugrunde liegen unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer Ätiologie als auch ihrer Prognose von denen bei Erwachsenen. ab


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