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October 2021

Gibt es schichtspezifische Benachteiligungen bei der Inanspruchnahme von medizinischen Reha-Maßnahmen?

Journal/Book: Rehabilitation Suppl. 2 1999; (38 Jg.): S. S134 - S141. 1999;

Abstract: Dr. Wolfgang Bürger Universitätskrankenhaus Eppendorf Abteilung für Medizinische Psychologie Hamburg Zusammenfassung: Zahlreiche Studien belegen daß das Risiko von Morbidität und Mortalität in unteren sozialen Schichten erhöht ist. Auch die meisten chronischen Erkrankungen treten in niedrigen Schichten gehäuft auf. Wenig bekannt ist dagegen ob sich diese soziale Benachteiligung auch auf das Inanspruchnahmeverhalten von medizinischen Reha-Maßnahmen erstreckt die Hilfestellungen im Umgang mit den Folgen dieser Erkrankungen leisten sollen. Auf der Grundlage von Fragebogen-Daten von 3021 LVA-Versicherten wurde untersucht ob sich schichtspezifische Unterschiede im Bedarf und der Inanspruchnahmebereitschaft von medizinischen Reha-Maßnahmen zeigen und welche schichtspezifischen Barrieren und Einstellungen ggf. einer Antragstellung im Wege stehen. Die Ergebnisse bestätigen zunächst daß Versicherte aus unteren sozialen Schichten gesundheitlich besonders belastet sind und hier von einem besonderen Bedarf an rehabilitativen Angeboten auszugehen ist. Die Versicherten selbst dagegen bezeichnen sich eher seltener als rehabedürftig während es hinsichtlich der Intention einen Reha-Antrag zu stellen keine bedeutsamen schichtspezifischen Unterschiede gibt. Signifikante Unterschiede gibt es aber hinsichtlich der Einstellungen die für die Inanspruchnahme von Reha-Maßnahmen von Bedeutung sind. Es sind vor allem wirtschaftliche Überlegungen und Befürchtungen negativer Konsequenzen im beruflichen Bereich die bei Versicherten aus unteren Schichten einer Inanspruchnahme im Wege stehen. Hier besteht deshalb besonderer Handlungsbedarf im Sinne von Screenings und Beratungen. Are there Class Specific Disadvantages in the Use of Medical Rehabilitation?: Many studies prove the fact that the risk for morbidity and mortality is increased in lower social classes. Most chronical diseases also accumulate in lower classes. However data are missing as to whether this social disadvantage also affects the use of medical rehabilitation which could supply support in dealing with the consequences of such diseases. On the basis of questionnaire data of 3021 insurees of the LVA pension insurance fund for workers it was examined whether there are class specific differences in the need for medical rehabilitation and in the intention of insurees to apply for such a measure and which kind of class specific barriers and attitudes may hinder the application. The results first of all confirm that insured of lower social classes are specially health strained and have a particular demand for rehabilitative offers. The insured however quite rarely rate themselves as requiring rehabilitation whereas there is no significant class specific difference in the intention to apply for rehabilitation. There are significant differences in the attitudes which influence application for medical rehabilitation. Above all there are economic considerations and job-related fears which hinder lower class insurees to apply for medical rehabilitation. This calls for action regarding implementation of special screenings and counselling. Key words: Social class differences - Medical rehabilitation - Demand for rehabilitation hf

Keyword(s): Soziale Ungleichheit - medizinische Rehabilitation - Bedarf


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