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October 2021

Schon krank oder noch kindliches Entwicklungsproblem? Die Schwierigkeit seelische Störungen bei Kindern korrekt einzuordnen

Journal/Book: MMW-Fortschr. Med. - Nr. 27/ 1999; S. 31/ 401; (141 Jg.). 1999;

Abstract: Prof. Dr. med. Barocka A.; Oberursel Beide Arbeiten lenken unsere Aufmerksamkeit auf das wichtige Problem spezifischer psychischer Erkrankungen bei Kindern. Die Kenntnis dieser Erkrankungen erlaubt uns einen professionellen Umgang mit diesen Patienten und ihren Familien. Sie bewahrt uns davor psychische Erkrankungen als Entwicklungs- oder Erziehungsprobleme als schlechtes Benehmen und letztlich als etwas zu bagatellisieren was mit der Zeit von selbst verschwindet. Sie bewahrt uns aber auch vor dem gegenteiligen Fehler medizinische Diagnosen in Situationen zu häufig zu stellen in denen eher eine sorgfältige Klärung der gegebenen Problematik weiterhilft. Man hat heute manchmal den Eindruck daß Familien glauben in ihrem sozialen Aufstieg und Fall von der schulischen Leistung l0jähriger abhängig zu sein. So wird nicht selten der Arzt nach dem Vorliegen eines hyperkinetischen Syndroms gefragt wenn die schulische Leistung enttäuscht und das Kind lebhaft ist. Interessant ist die Beziehung kindlicher Erkrankungen zu denen von Erwachsenen: Bei den Angststörungen scheint das Modell der Erwachsenenpsychiatrie übernommen worden zu sein d. h. kindliche Angststörungen werden mit den gleichen diagnostischen Labels versehen wie die von Erwachsenen. Dagegen ist das hyperkinetische Syndrom zunächst eine Störung des Kindesalters die sich - wenngleich selten - auch bei Erwachsenen diagnostizieren läßt. Sowohl bei kindlichen Angststörungen als auch bei hyperkinetischen Syndromen des Kindesalters besteht eine erbliche Belastung die nicht allein auf Erziehungsstile in der Familie zurückgeführt werden kann. In der Therapie kommt es auf ein sinnvolles Wechselspiel zwischen medikamentösen Maßnahmen und einer Psychotherapie an. V. a. die Behandlung des hyperkinetischen Syndroms mit Ritalin(r) kann - eine korrekte und nicht zu großzügige Diagnosestellung vorausgesetzt - segensreich sein. Bei den Angststörungen ist die Situation etwas komplizierter. Antidepressiva haben bei Erwachsenen einen sicheren therapeutischen Effekt. Es wäre nicht überraschend wenn zukünftige Studien vergleichbare therapeutische Effekte von Antidepressiva bei Angststörungen des Kindes- und Jugendalters finden würden. Benzodiazepine sind ausgezeichnet angstlösend wirksam sollten aber wegen ihrer Nebenwirkungen ihres Suchtpotentials und ihrer psychologischen Wertigkeit als Verstärker des Vermeidungsverhaltens nur begrenzt eingesetzt werden. ... ab


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