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January 2022

Sollten die ethischen Normen der Plazebogabe strenger definiert werden ? - Eine kritische Betrachtung am Beispiel der Acetylsalicylsäure-(ASS-)Prophylaxe des Herzinfarkts

Journal/Book: Herz/Kreislauf 28 (1996) 4 S.123-125. 1996;

Abstract: W. Förster* *ehem. Direktor des Institus für Pharmakologie und Toxikologie der Martin-Luther-Universität Halle/Saale Zusammenfassung Die Formulierungen der Helsinki-Deklaration zur Anwendung von Plazebokontrollen werden am Beispiel der Geschichte der Herzinfarktprophylaxe mit Acetylsalicylsäure (ASS) einer kritischen Bewertung unterzogen. Eine präventive Wirkung von ASS wurde erstmalig durch die Veterans Administration Co-operative Study (1983) bewiesen. Trotzdem wurden noch vier weitere ASS-Studien mit Plazebokontrollgruppen durchgeführt. Wäre statt der Plazebogabe jeweils eine wirksame ASS-Dosis als Vergleichstherapie untersucht worden wäre das Leben von mehr als 200 Plazebopatienten gerettet worden. Durch den jeweiligen Vergleich mit einer Plazebo- anstelle einer Standarddosis ist es bis heute nicht möglich die optimale unter mehreren wirksamen ASS-Dosen anzugeben. Die Helsinki-Deklaration sollte daher in dem Sinne verschärft formuliert und angewandt werden daß in der Regel bei lebensbedrohlichen Erkrankungen Plazebogruppen dann als unethisches Versuchsdesign abzulehnen sind wenn für diese Indikation bereits eine wirksame Pharmakotherapie nachgewiesen ist.

Keyword(s): Helsinki-Deklaration Plazebokontrollen Standardtherapie ethische Normen


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