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December 2022

Robert Remak (1815-1865); Ein jüdischer Arzt und Forscher zwischen Anerkennung und Ablehnung

Journal/Book: Z. ärztl. Fortbild. 84 (1990) 889-894. 1990;

Abstract: Dr. med. Heinz-Peter Schmiedebach Freie Universität Berlin Institut für Geschichte der Medizin Am 1. September 1865 versammelte sich eine ansehnliche Berliner Trauergemeinde zu dem Begräbnis des in Bad Kissingen während eines Kuraufenthalts verstorbenen Forschers und Arztes Robert Remak. Einen Tag später berichtete die "Vossische Zeitung" über dieses Ereignis. In dieser Notiz wird auch auf einen Umstand verwiesen der für das Verhältnis der medizinischen Fakultät der Berliner Universität zu Remak charakteristisch war. "Eine zahlreiche Versammlung von Aerzten gab dem Mann der Wissenschaft das letzte Geleit während die Medizinische Fakultät der Universität unvertreten war." Dieses Fehlen von Fakultätsmitgliedern mag durch die Semesterferien bedingt gewesen sein in die der überraschende Tod des außerordentlichen Professors gefallen war. Doch es zeigte beispielhaft die Distanz die sich in den letzten Lebensjahren Remaks zwischen ihm und der Fakultät herausgebildet hatte. Im Unterschied zu der ersten Hälfte der 50er Jahre als die Fakultät fast geschlossen sein Bemühen um eine außerordentliche Professur mitgetragen hatte hielt sie sich später bei weitgehenden Projekten Remaks wie z. B. der Einrichtung einer eigenen Station an der Charité in ihrer Unterstützung zurück. Der Vorsitzende der Berliner Medicinischen Gesellschaft Albrecht von Gräfe (1828-1870) war einer derjenigen die mit Remak einen fruchtbringenden und kooperativen Austausch pflegten. Am 15. November 1865 würdigte er in einer Sitzung der Gesellschaft den Verstorbenen und wies auf das "gewiss" seltene Vorkommen hin dass eine hervorragende Persönlichkeit eitens der Fachgenossen in so verschiedener Weise beurtheilt wird, als dies Remak widerfahren [(8) S. 479]. Diese unterschiedliche Beurteilung Remaks hat sich von den Zeitgenossen bis hin zu den verschiedenen Biographen fortgesetzt. Betreffen diese Differenzen und Widersprüche auch weniger seine wissenschaftlichen Verdienste so sind sie jedoch hinsichtlich seiner politischen Einstellung seines nationalen Empfindens und seiner Vita um so eklatanter. Dies ist dem von manchen Biographen verfolgtem Wunsch geschuldet ein möglichst homogenes von störenden Widersprüchen freies Bild des im damaligen Posen dem heutigen Poznan geborenen Sohn eines jüdischen Kaufmanns und Lotteriebetreibers zu entwerfen. ... wt


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