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June 2022

Benzodiazepin-Substitution

Journal/Book: MMW-Fortschr. Med. - Nr. 21/ 1990; S. 339/ 31 - 340/ 32; (132 Jg.). 1990;

Abstract: Priv.-Doz. Dr. med. Dipl.-Psych. M. Linden Forschungsgruppe Ambulante Therapie an der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der Freien Universität Berlin Als die Benzodiazepine in den 60er Jahren in die ärztliche Therapie eingeführt wurden wurden sie allseits begrüßt da sie eine Reihe anderer Tranquilizer Sedativa und Hypnotika ersetzten. Im Vergleich zu diesen Substanzen sind die Benzodiazepine selektiver wirksam und haben ein besseres Nebenwirkungsprofil d. h. sie sind weniger toxisch und besitzen ein geringeres Abhängigkeitspotential. Benzodiazepin-Problematik Seit Anfang der 80er Jahre richtete sich die Aufmerksamkeit zunehmend auch auf Probleme im Umgang mit Benzodiazepinen. In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit einer primären Benzodiazepin-Abhängigkeit mit Dosissteigerung. Vor allem aber wurde auf die Möglichkeit einer sog. Niedrigdosisabhängigkeit hingewiesen. Schließlich wurde gerade in den letzten Jahren auch die Möglichkeit einer kognitiven Beeinträchtigung unter anhaltender Benzodiazepin-Einnahme diskutiert. Im Hinblick auf diese Probleme erscheinen die verordnungsepidemiologischen Daten als besorgniserregend. Bei über 700 Mio. verordneten durchschnittlichen Tagesdosen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung könnten alle Versicherten etwa 12 Tage pro Jahr mit Benzodiazepinen behandelt werden. Da auch die Indikation für eine Tranquilizer-Medikation in der Regel als eher relativ eingeschätzt wird wurde weltweit darauf hingewirkt die Verordnungshäufigkeit von Benzodiazepinen zu reduzieren. Benzodiazepine wurden deshalb u. a. von der WHO 1983 als verordnungspflichtige Medikamente eingestuft für die eine Produktions- Import- und Exportstatistik verlangt wird. Es wurden weiter z. B. von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft 10 Gebote der Benzodiazepin-Verordnung publiziert die einen sehr restriktiven Umgang mit dieser Psychopharmaka-Klasse vorschreiben. Auch in der Laienpresse wurde das Thema aufgegriffen. Die verschiedenen Initiativen zeigten Wirkung. Wie die Verordnungszahlen z. B. des GKV-Arzneimittelindex belegen haben die Benzodiazepin-Verordnungen in den letzten Jahren stetig abgenommen. Dieser Erfolg wird allseits begrüßt wenngleich die Kritik am ärztlichen Verschreibungsverhalten weiterbesteht weil Arzneimittel dieser Klasse trotzdem weiterhin mit Abstand die am häufigsten verordneten Psychopharmaka sind. Alternativen zu Benzodiazepinen? Die aus pharmakoepidemiologischer wie therapeutischer Sicht interessierende Frage ist was denn an die Stelle der Benzodiazepin-Verordnungen treten könnte. Eine Erwartung scheint zu sein daß die Benzodiazepin-Verordnungen zu einem guten Teil ersatzlos gestrichen werden können. ... ab

Keyword(s): D15 Tranquilizer Benzodiazepine


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