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June 2022

Zufall in der Diagnostik

Journal/Book: MMW-Fortschr. Med. - Nr. 3/ 1990; S. 013/ 31; (132 Jg.). 1990;

Abstract: Prof. Dr. med. F. Anschütz ehem. Direktor der Medizinischen Klinik I / Städt. Kliniken Darmstadt Werden bei einem Patienten während einer Untersuchung nicht erwartete Befunde erhoben so können diese den geplanten unter einer bestimmten Modellvorstellung eingeleiteten diagnostischen Prozeß erheblich wenn nicht sogar grundlegend verändern. Das Wort Zufall bedeutet hier also: außerhalb der Erwartung. In der Primärversorgung von Patienten beginnt der diagnostische Prozeß mit Anamnese und Erhebung des körperlichen Befundes und man könnte dann schon bei der Entdeckung einer Virchowschen Drüse von einem zufälligen Befund sprechen der allerdings pflichtgemäß erhoben werden muß - also kein "Zufall" sein darf. Je weiter dann der diagnostische Prozeß mit labortechnischen bildgebenden vielleicht sogar bioptischen Verfahren voranschreitet um so gezielter werden die angewandten Methoden. Routinediagnostik und stufenweise überlegte gezielt eingesetzte Methoden sollten zum Durchschauen des Krankheitsbildes und zu therapeutischer Konsequenz führen. "Zufall" bedeutet in diesen späteren Stadien der Diagnostik Erhebung eines unerwarteten Befundes mit Änderung des Ausgangsmodells. Trefferraten vs. Belastung Am Beispiel der Untersuchungen im chemischen Labor lassen sich Trefferraten gut darstellen: Groß u. Oette fanden bei der Beurteilung von Laboruntersuchungen bei gezielter Untersuchung in 9% für die Diagnostik richtungweisende Ergebnisse bei Routinelabor-Tests in 2% bei ungezielter Untersuchung aber nur in 0 1%. Man sollte sich aber klar machen daß ungezielte Untersuchungen nur dann zu einem befriedigenden Ergebnis führen wenn deren Spezifität sehr hoch ist. Screening-Methoden an einer gesunden Bevölkerung müssen eine Spezifität von 100% erreichen. Zweifelsfrei können aber auch ungezielt eingesetzte Methoden zu einem Ergebnis führen. Es ist allerdings zu bedenken daß die Belastung durch eine diagnostische Methode in eine derartige Überlegung einbezogen werden muß. So ist es vollkommen unsinnig bei über 50jährigen beschwerdefreien Patienten zur Sicherheit in kurzen Abständen Koronarangiographien Koloskopien oder invasive bioptische Methoden durchzuführen da hier neben der subjektiven Belastung durch den Untersuchungsgang sogar Komplikationen bedacht werden müssen. Derartige Untersuchungen können nur gezielt am Ende einer Stufendiagnostik stehen und sind möglicherweise nur dann zu verantworten wenn die Topographie wegen eines chirurgischen Eingriffs bekannt sein muß. ... ab

Keyword(s): E1 Diagnose Diagnostik


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