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January 2022

Das Orthostasesyndrom - pathologische funktionsdiagnostische und physiotherapeutische Aspekte Teil 1: Pathophysiologie und diagnostische Prinzipien

Journal/Book: Z. Physiother. Jg. 37 (1985) 145 166 VEB G. Thieme Leipzig. 1985;

Abstract: ORIGINALARBEITEN Aus dem Institut für Pathophysiologie der Medizinischen Akademie Erfurt (Direktor: MR Prof. Dr. sc. med. N. TIEDT) Zusammenfassung Orthostatische Dysregulationen treten im Zusammenhang mit einer komplexen Beschwerdesymptomatik sowohl bei Hypotonie als auch bei Normotonie und Hypertonie auf. Die Ursachen ergeben sich aus dem Zusammenspiel zwischen dem Gesamtblutvolumen des Organismus dem orthostatisch verlagerten Blutvolumen der venösen Compliance sowie dem Trainingsgrad der Skelett- und Gefäßmuskulatur. Die Gegenregulationsmechanismen führen beim Lagewechsel innerhalb von 1 Minute zu einer Anpassung durch Regelprozesse die von den Rezeptoren im Karotissinus im Thoraxbereich und in der Vena femoralis ausgehen. Sofortregulationsstörungen beruhen auf Einstellstörungen in dieser Zeit während Spätregulationsstörungen auf das allmähliche Versagen regulativer Faktoren zurückzuführen sind. Der Schweregrad einer orthostatischen Dysregulation kann funktionsdiagnostisch beurteilt werden. Eine schwere Dysregulation liegt vor wenn bereits beim aktiven Lagewechsel vom Sitzen zum Stehen Störungen auftreten eine mittlere wenn das beim Wechsel vom Liegen zum Stehen der Fall ist und eine leichte wenn das nur beim passiven Lagewechsel (Kipptischversuch) nachweisbar ist. Im letzten Fall ist dies zugleich ein Hinweis für eine Tendenz zu Einschränkungen der orthostatischen Toleranz die bei zusätzlichen inneren und/oder äußeren Einflußgrößen auftreten kann. Funktionsdiagnostische Methoden sind neben dem Hocktest sowohl statische als auch dynamische Testverfahren. Bei statischen Funktionstests werden die Meßgrößen Herzfrequenz. Blutdruck Schlagvolumen usw. diskontinuierlich meistens am Ende jeder Minute abgegriffen. Hierzu zählen der Stehtest nach SCHELLONG die Reaktionstypen nach THULESIUS sowie der orthostatische Index nach BURKHART und KIRCHHOFF. Bei dynamischen Funktionstests werden die Herz-Kreislauf-Größen kontinuierlich gemessen so daß die Dynamik beim Lagewechsel erfaßt wird. Hierzu zählen die Typologie der Herzfrequenzreaktion nach DRISCHEL die Einschwingreaktion des Blutdrucks nach MECHELKE und CHRISTIAN sowie die Reaktionskinetik des Schlagvolumens und des Herzminutenvolumens nach eigenen Ergebnissen. Die physiotherapeutische Bedeutung ergibt sich aus der Möglichkeit der Ausarbeitung von Adaptaten SCHMIDT-KESSEN) so daß Reizserien (JORDAN) im Verlauf einer längeren Behandlung angebracht sind. Das betrifft das physische Training thermische Belastungen und ggf. auch die Bädertherapie. Ein Ausdauertraining führt zu einer Hypertrophie der Beinmuskulatur und zu einer Zunahme des Venentonus so daß der venöse Rückstrom in aufrechter Körperhaltung begünstigt wird. Thermische Belastungen führen in der Hitze (Sauna) zu einer erhöhten und in der Kälte (Seebad Wassertreten) zu einer verminderten Hautdurchblutung In der Kälte kommt es selten zu orthostatischen Dysregulationen während in der Hitze gehäuft Störungen der orthostatischen Toleranz auftreten. Bei wiederholten Hitzebelastungen vermindert sich diese Störmöglichkeit durch kompensatorische Zunahme des Blutvolumens. Ähnliches könnte auch für eine Bäderserie zutreffen. Vergleichende passive Orthostasetests vor und nach einem Moorbad bzw. einem CO2-Bad werden von uns auch für die quantitative Beurteilung der durch das Bad ausgelösten peripheren Vasodilatation genutzt. Außerdem gibt dieser Vergleich Hinweise für erforderliche Ruhephasen nach dem Bad. ___MH

Keyword(s): Orthostase - Kreislaufregulation - Kreislauffunktionsprüfung


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