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January 2022

Vorschläge zur qualitativen Verbesserung der Badetorfversorgung Ergebnisse einer Analyse in Niedersachsen*.

Journal/Book: H u K 37 7/85. 1985;

Abstract: Professor Dr. Heinrich Schneekloth Hannover *Nach einem Referat auf dem Internationalen Symposium der Sektion "Medizin und Balneologie" der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde am 24. April 1985 in Bad Alexandersbad Moorbäder haben in Deutschland eine fast 200jährige Tradition. Ausgehend von sehr schlichten Qualitätsansprüchen und Erfahrungen hat sich die Moortherapie in diesen 200 Jahren zu einem bewährten Heilverfahren fortentwickelt. Wenn der Deutsche Bäderkalender für die Bundesrepublik gegenwärtig rund 50 Kurbetriebe mit Moortherapie verzeichnet dann sind damit sicher nur die größeren Kurorte erfaßt. Einschließlich der Kleinpraxen und zahlreicher allgemeiner Krankenhäuser werden wir mit weit über 100 Betrieben rechnen können in denen Moorbäder und -packungen angewendet werden. Im letzten Jahrzehnt sind die Ansprüche an die Qualität von Heilmitteln ganz allgemein erheblich gestiegen und erfassen nun auch den bis dato etwas stiefmütterlich behandelten Badetorf. Badetorf ist kein standardisiertes Industrieprodukt sondern ein natürlicher Rohstoff mit örtlich ganz spezifischen Eigenschaften und insofern sind in diese Entwicklung auch die geowissenschaftlichen Fachbehörden eingeschaltet mit ihrer amtlichen Beratungsfunktion zu rohstoff- und lagerstättenkundlichen Fragen. Die seit 1980 starke Konkurrenz zwischen Moornaturschutz und wirtschaftlicher Torfnutzung hat in der Versorgung einiger Bäder mit geeignetem Torf bereits Engpässe auftreten lassen und veranlaßte uns deshalb zu Überlegungen wie die Moorbäder langfristig mit Badetorf abgesichert werden könnten. Dabei ist künftig aus mindestens zwei Gründen sogar noch mit steigendem Bedarf an Badetorf zu rechnen: Erstens weil der in den nächsten Jahrzehnten zunehmende Anteil älterer Menschen erwarten läßt daß auch die Hauptindikation der Moortherapie nämlich die Verschleißerscheinungen am Bewegungsapparat entsprechend zunehmen werden und zweitens scheint sich in den letzten Jahren ganz allgemein ein Trend zu den naturnäheren Heilmethoden abzuzeichnen deutlich zumindest im Bereich der primären Erkrankungsstadien und der Nachsorge - vermutlich eine Reaktion auf das zuweilen unkritische Vertrauen in die Allmacht von Chemie und Technik in der Vergangenheit. Um den Bädern bei ihren Rohstoffproblemen gezielt behilflich sein zu können haben wir in unserem Amtsbereich (Land Niedersachsen) 1984 zunächst eine Bestandsaufnahme der rohstoffkundlichen Belange sämtlicher mit Moor therapierender Betriebe vorgenommen. Von dieser Studie soll hier die Rede sein. Sie beruht auf ausgiebigen persönlichen Gesprächen mit den Leitern der 25 mit Moor therapierenden Betriebe die im Land Niedersachsen liegen oder aus Niedersachsen ihren Badetorf beziehen; ferner auf Besichtigung der Aufbereitungsanlagen und Untersuchungen an den 12 dazugehörenden Torfabbaustellen. Alle hier folgenden Angaben beziehen sich auf diese 25 Betriebe und das Wirtschaftsjahr 1983. Da die Einzeldaten vereinbarungsgemäß vertraulich behandelt werden darf ich mich hier auf eine allgemeine Auswertung beschränken. Soweit ich an der gegenwärtigen Praxis der Gewinnung und Aufbereitung unserer Badetorfe Kritik übe tue ich dies in der ehrlichen Absicht dem Heilmittel Badetorf einen Dienst auf seine Qualitätsverbesserung hin zu erweisen und damit letztlich unseren Kurbetrieben zu einem noch gesicherteren Ansehen ihrer Moortherapie zu verhelfen. ___MH


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