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October 2022

Bad Tölz Jodbad und Klimakurort im Voralpenland

Journal/Book: H u K 32 11/80 S. 346-347. 1980;

Abstract: *) Einleitung der "Chronik von Tölz" von G. Westermayer 1. Auflage 1871 Zu den Füßen der bayerischen Voralpen, am Einflusse des Ellbachs in die Isar, in einem reizenden, südlich von den Tiroler Bergen abgegrenzten Flußtale, breitet sich, malerisch von der Brücke zu den Uferhöhen ansteigend**), Bad Tölz als einer der schönsten Plätze des Oberlandes aus. Klimabegünstigt, 658 m über NN, in der subalpinen Zone an der Nordflanke der nördlichen Alpenkette gelegen, hat sich Bad Tölz, das im kommenden Jahr sein 75. Jubiläum als Stadt feiert, zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des Isarwinkels entwickelt. Das Bad selbst erhielt seine Anerkennung 1899 und verdankt sie der Entdeckung seiner Jodquellen im Jahre 1846. Darüber hinaus hatte es sich schon um die Jahrhundertwende seines Klimas wegen, das vom angesehenen Münchener Ordinarius v. Romberg als Champagnerklima" nobiliert war einen Namen gemacht. Die konsequente Förderung und Nutzung der therapeutischen Klimaeffekte führte in den letzten Jahren (1969) zur Anerkennung und Prädikatisierung auch als Klimakurort. Wie bei Heilquellen so oft stand auch am Anfang der Kurentwicklung in Bad Tölz der Zufall Pate insofern als damals ein Bürger und Jäger des Ortes seine Beobachtungen von der Beliebtheit der Quellen bei krankem Getier insbesondere bei angeschossenem Wild Schlichtweg verallgemeinerte und die von ihm (zu Recht) vermuteten Heilwirkungen auf den menschlichen Organismus übertrug und auch zur praktischen Anwendung brachte. Amtlich registriert ist daß nach der Entdeckung der Quellen eine lebhafte Entwicklung des Kurverkehrs einsetzte: von 200 Kurgästen des Jahres 1867 stieg ihre Zahl in knapp 30 Jahren auf rund 4 000 jährlich. Die Schar der Kurgäste kam aus aller Herren Länder und vermittelte bald dem bis dahin still und verschwiegen gelegenen Ort so etwas wie Weltbadatmosphäre. Dem damaligen Krankheitsverständnis von den Kreislaufleiden der älteren Menschen entsprechend ergab sich die Indikation für die Arteriosklerose in ihren verschiedenen Formen wobei der Jodbehandlung ein nahezu therapeutisches Monopol eingeräumt wurde. Im wechselvollen Verlauf der neueren Geschichte insbesondere nach zwei Weltkriegen hat sich Bad Tölz im Kranz der oberbayerischen Kurorte beständig weiterentwickelt und weist heute mit seiner jährlichen Kurfrequenz von rund 30000 Kurpatienten (und fast 900000 Übernachtungen) ein ansehnliches Kurvolumen aus. Die Entwicklung zu der heute erreichten Bedeutung ist indessen nicht nur historisch und statistisch auszuweisen. In Entsprechung zum durchgreifenden Panoramawandel der Krankheiten in unserer Zeit zum Paradigmawandel der Medizin - der Kurmedizin insbesondere - und vor allem zu den gewandelten Erwartungen von Patienten Ärzten und Kostenträgern an die Leistungsfähigkeit und an die Erfolge moderner Kuren hat sich auch das Indikationsspektrum der "Tölzer Kur" aktualisiert. Vor allem hat sich in den letzten Jahren das therapeutische Angebot auf die veränderten Erwartungen und Anforderungen eingestellt wobei die Doppelqualifikation des Heilbades (Jod und Klima ergänzt um das örtlich überreichlich vorhandene Moor) den Patienten voll zugute kommt. ... ___MH


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