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October 2021

Querschnittslähmungen

Journal/Book: DEUTSCHES ÄRZTEBLATT Heft 5 1970 353. 1970;

Abstract: Dr. med. Hajo Riesser "Lichtenau" Orthopädische Klinik und Rehabilitationszentrum der Inneren Mission e. V. (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. J. Langhagel) Hessisch-Lichtenau Zum Beitrag von A. v. Liebermann in Heft 44/1969 Seite 3090 Die Ausführungen von v. Liebermann zu dem Kommentar "Schätzungen über Querschnittsgelähmte" in Heft 23/1969 bedarf unseres Erachtens dringend einiger Klarstellungen: Sowohl die Terminologie als auch der Klassifizierungsvorschlag erscheinen geeignet in der ärztlichen Öffentlichkeit falsche Vorstellungen bezüglich der Situation und der Probleme der Querschnittsgelähmten in der Bundesrepublik hervorzurufen. Schon die Formulierung "die schwersten Fälle waren von der Körpermitte abwärts tot" bedarf unbedingt einer Korrektur: Offensichtlich handelte es sich hier um komplette Querschnittssyndrome ab Th. 10. Zum einen hängt die Schwere eines kompletten Querschnittssyndroms von der Höhenlokalisation der Kontinuitätsunterbrechung im Rückenmark ab; daraus ergibt sich daß ein komplettes Querschnittssyndrom eine um so schwerere Schädigung hervorruft je höher die Rückenmarksläsion liegt. Immerhin ist die Zahl der zervikalen Querschnittssyndrome (nicht zuletzt durch Kopfsprung in unbekanntes Gewässer übrigens!) nicht gering! Zum anderen muß dem Terminus "tot" als Synonym für "gelähmt" entschieden widersprochen werden: Selbst bei völligem Ausfall der Willkürmotorik und der Sensibilität wie auch erheblichen vegetativ-trophischen Störungen im gelähmten Körperabschnitt kann von "tot" keinesfalls gesprochen werden: In der Mehrzahl der Fälle sind die Reflexmechanismen der Blasen- und Mastdarmfunktionen deren spinale Zentren sich bekanntlich im Lumbal- und Sakralmark befinden funktionsfähig und lassen sich im Sinne des Blasen- beziehungsweise Mastdarmtrainings durchaus nützen. Ebenso kommt es nur selten zu einem Erlöschen des Reflextonus der Skelettmuskulatur der sich - getrennt von den hemmenden Impulsen aus höheren Zentren - als Spasmus nur zu deutlich bemerkbar macht! . . .


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