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March 2021

Die Mineralwässer von Bad Mergentheim

Journal/Book: Dtsch. Med. Journ 5 5/6:120 (1954). 1954;

Abstract: Von Dozent Dr. Walter C a r l é Bezirksgeologe am Geologischen Landesamt in Baden-Württemberg Bad Mergentheim besitzt vier Mineralquellen von denen die Wilhelmsquelle mit 5 2 g/kg hypotonisch ist während die beiden KarIsquellen mit 16 8 g/kg und 17 3 g/kg und die Albertquelle mit 41 g/kg hypertonisch sind. Sie sind allesamt im oberen Buntsandstein erbohrt. Die in 14 m Tiefe gefaßte Wilhelmsquelle ist ein Mischwasser zwischen harten Muschelkalkwässern der Talaue und aufsteigenden Kochsalzwässern aus dem Buntsandstein; sie stellt als Natrium-Calcium-Sulfat-Chlorid-Wasser die reinste Glaubersalzquelle des Kurortes dar. Die in 28-31 m Tiefe in Bohrbrunnen gefaßten anderen Mineralquellen sind reine Buntsandsteinwässer mit stark überwiegendem Kochsalzgehalt; die Karlsquellen sind als stark kohlensäurehaltige Natrium-Chlorid-Sulfat-Wässer die hochkonzentrierte Albertquelle als stark kalium- und kieselsäurehaltiger Natrium-Chlorid-Sulfat-Säuerling (1 4 g CO2/kg) zu bezeichnen. Es wäre nicht uninteressant die therapeutische Wirkung des enormen Kieselsäuregehaltgs von 944 mg/kg zu erproben. Um die angegebene Konzentration der Wässer zu gewährleisten wird der Grundwasserspiegel des Taubertales durch ein Wehr reguliert und sind die Ergiebigkeiten der drei hypertonischen Brunnen auf insgesamt 0 4 l/s eingestellt; die ungedrosselte Wilhelmsquelle liefert 0 25 l/s. Die Temperaturen aller Wässer schwanken im Jahresgang zwischen 9° und 11° C. Eingehende geologische Studien des Verfassers haben ergeben daß das Einzugsgebiet der bis heute gefaßten Bad Mergentheimer Wässer im wesentlichen Tauberabwärts bei Königshofen-Lauda liegt. Auf einer durch Verwerfungen begrenzten StreifenschoIle wandern sie im Schichtfallen nach Süden um unterstützt durch die unter einer schwachen Schichtaufwölbung gefangene Kohlensäure aufzusteigen. Der Auftrieb reicht jedoch nur bis etwa 5 m unter Talniveau. In dieser Höhe flossen in vorgeschichtlicher Zeit geringer konzentrierte Wässer aus wie Kulturfunde erweisen. Inzwischen wurde das Tal durch Flußablagerungen aufgehöht so daß nur in trockenen Sommern Mineralwässer im tief eingeschnittenen Tauberbett sichtbar austreten konnten. Ein solcher Umstand führte im Trockenjahr 1826 zur Entdeckung der Wässer durch die Schafe des Franz Gehrig. Aus den Bedienungsschächten der Fassungen werden die Wässer durch ruhig arbeitende Kolbenpumpen zu Trinktempeln "und Badehäusern zur Abfüllung und Verdampfung gefördert. ... ___MH


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