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October 2021

Die kutane Abkühlungsreaktion des Unterarmes als Probe zur Bestimmung der Lampertschen Reaktionstypen

Journal/Book: Archiv für physikalische Therapie. 1953. H. 1. 1953;

Abstract: Von Dr. Rudolf Gruner Saulgau/Württ. Aus der Weserberglandklinik Höxter Leitung: Prof. Lampert Prof. Nonnenbruch Zusammenfassung An 65 teils gesunden teils kranken Personen der Hals-Nasen-Ohrenklinik Stuttgart (Direktor Prof. Dr. Grabe) wird untersucht inwieweit sich die thermoelektrisch ermittelte kutane Abkühlungsreaktion des Unterarmes auf ein 5 Min. dauerndes Bad von 15° C als Probe zur Bestimmung der Lampertschen Reaktionstypen eignet. Für den Physiologen ergibt sich im ersten Teil der Arbeit die Tatsache daß der Vorgang der Wiedererwärmung von zwei Stellen aus gesteuert wird. Der Körperstamm - in unserer Versuchsanordnung durch den Unterarm repräsentiert - wird wahrscheinlich allein segmental (konsensuell) von Rückenmarkszentren aus über die arterioläre Durchblutung streng nach dem Weber-Fechnerschen Gesetz wiedererwärmt. Die Körperakra werden zusätzlich über die nur dort entwickelten arteriovenösen Kurzschlüsse direkt von den vegetativen Zentren im Zwischenhirn in ihrer Wiedererwärmung reguliert. Beide Systeme wirken bei Teilabkühlungen unabhängig voneinander. An der Hand wo sich beide Regulationen überlagern können ergeben sich interessante sehr variable Kurvenverläufe die bei Wiederholung der Abkühlungsversuche dann Konstanz zeigen wenn eine bestimmte temperaturtopographische Ausgangslage (= vegetative Einstellung) gegeben ist. Unter der Voraussetzung der konstanten temperaturtopographischen Ausgangslage eignet sich die kutane Abkühlungsreaktion von Hand und Unterarm vorzüglich zur typologischen Differenzierung von Personen. Mit Hilfe der Halbwertszeit als Ausdruck der Reaktionsgeschwindigkeit und der 15 Min.-Differenz als Ausdruck der Reaktionsstärke läßt sich der Wiedererwärmungsvorgang von Hand und Unterarm exakt fassen. Unseren A-Typen - von Lampert als langsam und schwach reagierende Menschen definiert - zeigen in idealer Entsprechung große Halbwertszeiten und große 15 Min.-Differenzwerte erweisen sich somit als schlechte Wiedererwärmer. Unsere B-Typen - von Lampert als schnell und ausgiebig reagierende Menschen definiert - weisen kurze Halbwertszeiten und kleine 15 Min.-Differenzwerte auf und sind als gute Wiedererwärmer zu bezeichnen. Die Unterschiede sind für die Wiedererwärmung des Unterarmes als peripher rückenmarksgesteuerte Reaktion geringer als für die Wiedererwärmung der Hand als zentraler gesteuerten Vorgang. Beim A-Typ zeigt sich allgemein eine große Stabilität in der Einstellung der Gefäßweite während der B-Typ entsprechend auch seiner lebhaften wechselnden Psyche besonders labiles und störbares Gefäßverhalten zeigt. Zum Schluß wird der nun als Probe empfohlene Abkühlungsversuch in seiner einfachsten Ausführung beschrieben und die Verwendung einer einfachen Reaktionszahl zur Typencharakterisierung angeregt. ___MH


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