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October 2021

Über die Röntgenstrahlenempfindlichkeit der menschlichen Netzhaut

Journal/Book: DIE NATURWISSENSCHAFTEN 1953 HEFT 8 S. 251 40. JAHRGANG. 1953;

Abstract: Aus dem Physiologischen Institut der Universität Wien. Eingegangen am 7. März 1953. Die Tatsache daß Röntgenstrahlen bei Einwirkung auf das dunkeladaptierte Auge Lichtempfindungen verursachen können ist seit den Anfängen radiologischer Forschung bekannt (BRANDES und DORN). Alle bisherigen Untersuchungen zeigen daß es sich um einen retinalen Effekt handelt wobei elektroretinographische Befunde am Tier auf eine Wirkung der Strahlung auf die Photorezeptoren schließen lassen [HIMSTEDT und NAGEL); THIER)]. Obwohl das Phänomen mehrfach für optometrische Messungen am lebenden menschlichen Auge benützt wurde [RUSHTON); GOLDMANN und HAGEN)] liegen bisher keine Angaben über die zur Auslösung des Effektes notwendigen Strahlungsenergien vor. Eine orientierende Bestimmung der monokularen "Helligkeitsschwelle" (Dosisleistung bei unbegrenzter Darbietungszeit) ergab die in Tabelle 1 (o. Tab.) dargestellten Werte (6 Versuchspersonen mindestens 30 min Dunkeladaption diffuse Bestrahlung der gesamten Netzhaut Wellenlänge 0 4 Å). Vergleichsweise sei erwähnt daß die Helligkeitsschwelle für weißes Licht bei Vp. 5 (angeborene Nachtblindheit) 2 1 log Einheiten über dem normalen Mittelwert lag. Auf eine Bestimmung der Schwellenstreuung wurde verzichtet um die Möglichkeit von Schädigungen auszuschließen. Hingegen wurde versucht bei Vp. 2 die Größenordnung der absoluten Schwelle zu ermitteln wobei die Darbietungszeit mittels eines rotierenden Sektors stufenweise verkürzt wurde. Es ergab sich ein Anstieg der Schwellen-Dosisleistung bei gleichzeitigem Absinken der Schwellendosis die bei 20 msec Expositionsdauer nur mehr 0 5 mr betrug. Da bei großflächigen Lichtreizen das Produkt aus Intensität und Zeit erst bei extrem kurzen Darbietungszeiten ein Minimum erreicht ["area effect" nach GRAHAM und MARGARIA)] besteht allerdings die Möglichkeit daß die wahre Schwellendosis noch unter 0 5 mr liegt. Die unter diesen Bedingungen in der Rezeptorenschicht [Volumen nach den Angaben von POLYAK ) mit etwa 12 mm3 berechnet] absorbierte Energie entspricht 6 · 10-4 erg bzw. 104 Quanten. Ein direkter Vergleich mit den unter entsprechenden Bedingungen benötigten Lichtquanten ist nicht möglich da alle derartigen Untersuchungen mit begrenzten Reizfeldern durchgeführt wurden. Immerhin zeigt eine Extrapolation der von BOUMAN Und VAN DER VELDEN) bestimmten Werte unter Berücksichtigung der räumlichen Summation daß die zur Auslösung der Erregung notwendige Quantenzahl bei beiden Strahlungen in der gleichen Größenordnung liegt. Allerdings kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden daß der Effekt der Röntgenstrahlung durch eine intraretinale Fluoreszenz vermittelt wird. ___MH


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