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January 2020

Mit Elektrodermatometrie erfaßbare Vorgänge in der Haut

Journal/Book: Arch. Derm. 192 5 (1951). 1951;

Abstract: Autoreferat von F. AICHINGER Univ. - Hautklinik Tübingen (Dir.: Prof. Dr. H. A. Gottron) Verf. prüfte die Reaktionen der Haut auf Reize mittels Elektrodermatometrie und benutzte hierfür das Elektrodermatometer nach REGELSBERGER. Als Reizmittel diente die 5 %ige Pyridin-- carbonsäurebenzylester- Salbe (Rubriment). Ermittelt wurden die Differenzwerte zwischen einem ungereizten Hautbezirk am rechten Unterarm und einem mit 0 1 ccm R u b r i m e n t behandelten Hautareal am linken Unterarm an insgesamt 41 Patienten. Gleichzeitig erfolgte eine vergleichende Temperaturmessung der beiden Hautbezirke mit dem Thermoelement. Es ergaben sich 5 verschiedene Reaktionsgruppen: 1) Scharf begrenztes Erythem im Applikationsbereich des Rubriment in 12 Fällen. 2) Nachbarschaftserythem mit Ausbreitung über den Applikationsbereich hinaus in 10 Fällen. 3) Erythem mit zentraler Abblassung in 9 Fällen. 4) Urtikarielle Reaktion in 4 Fällen. 5) In den restlichen 6 Fällen blieb eine visuelle Reaktion an der Haut aus. Die zu diesen Befunden gehörenden Temperaturmessungen und Elektrodermatometerwerte zeigten bei der Temperatur eine völlige Unabhängigkeit von den visuellen Gruppenbildungen. Die elektrodermatometrischen Werte dagegen stehen in engem Zusammenhang mit dem visuellen Bild. Die Temperatur lag in allen Fällen - mit einer Ausnahme - im gereizten Bezirk um 0 5° C minimal bis 4 0° C maximal ü b e r der Temperatur des ungereizten Hautbezirkes. Daraus geht hervor daß in allen Fällen - auch bei nicht erkennbarer visueller Reaktion - eine Weiterstellung der Arteriolen erfolgt. Die Elektrodermatometrie zeigte in Abhängigkeit von den Gruppen folgende Werte: In Gruppe 1) keine Differenz zwischen gereiztem und ungereiztem Hautbezirk in Gruppe 2) deutlich niedrigere Werte im gereizten Hautbezirk in Gruppe 3) deutliche Erhöhung der Werte im gereizten Hautbezirk in Gruppe 4) stärkste Erhöhung im gereizten Bezirk und in Gruppe 5) unterschiedliche Werte. Verf. erklärt diese Ergebnisse aus einer verschiedenartigen Reizempfindlichkeit der Haut bei den 5 gefundenen Personengruppen. Es tritt von Gruppe 1 nach Gruppe 4 eine fortlaufend zunehmende Gefäßdurchlässigkeit zutage. Personen der Gruppe 1 haben danach eine normale Permeabilität die sich über die Gruppen 2 und 3 zur Gruppe 4 mit der höchsten Permeabilität abwandelt. Gruppe 5 faßt die Patienten mit bereits bestehender Peristase zusammen (GOTTRON) es liegt hier eine Erstarrung des Vasomotorenzusammenspiels vor. Die Elektrodermatometrie ist nach diesen Versuchen geeignet in Verbindung mit einem hautreizenden Mittel eine in objektiven Meßwerten faßbare Auskunft über das Verhalten der Gefäßwände abzugeben da sie im Endeffekt die Durchfeuchtung der Haut messend erfaßt. Die Durchfeuchtung seit sich im einzelnen aus folgenden Faktoren zusammen 1) Oberflächenfeuchtigkeit gegeben in der Perspiratio insensibilis deren Höhe durch die Weite der Arteriolen - über die Hauttemperatur - bestimmt wird. 2) Lymphfülle der Haut. 3) Zustand der Kapillaren. Der Permeabilitätsgrad der Gefäßwände bestimmt den möglichen Flüssigkeitsaustritt ins Gewebe. Hinzu kommt der Gewebsstoffwechsel welcher die Vitalität der Einzelzellen und ihrer Grenzmembranen beeinflußt. Diese stellen nach SCHADE die Quelle der polarisatorischen Gegenspannungen dar welche das Elektrodermatometer mißt. Die Höhe dieser Gegenspannungen wird vom Feuchtegrad der Epidermis maßgeblich beeinflußt. Die Ähnlichkeit der experimentellen Meßergebnisse mit klinischen Messungen wurde an Patienten mit Urtikaria also ohne künstliche Hautreizung bestätigt. Frauen im Prämenstruum zeigten ebenfalls die Steigerung der Permeabilität. Störend auf die Messungen wirkt sich die Schweißsekretion aus die die Beurteilung des Kapillarzustandes verschleiert. Durch Anwendung der Differenzmessung war diese Störung auszuschließen. Aus der Verteilung der Reaktionen ist ersichtlich daß im Rubriment ein Mittel vorliegt das neben einer Beeinflussung der Kapillaren zu einer mächtigen Anregung der Arteriolen führt die sich in den eingangs erwähnten Temperatursteigerungen ausdrückt. Urtikarielle Reaktionen traten in 4 Fällen (= 10 % der Gesamtzahl) auf. Von diesen waren 3 Fälle Frauen die sich kurz vor oder in der Menses befanden. Beim 4. Fall handelte es sich um eine latente Tetanie. ___MH


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