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August 2015

X. Kapitel Licht- und Lufttherapie

Journal/Book: Lehrb. d. Therapie inn. Krankh. 2. Aufl. Bd. I 1926. 1926;

Abstract: Gottfried Boehm (München). Licht- und Luftbehandlung sind in ihrer Wirkung auf den Organismus so grundverschieden daß es auf den ersten Blick befremden mag die beiden Therapieformen in einem Kapitel abgehandelt zu finden. Bei den physikalischen Heilmethoden haben wir aber sehr häufig mehrere verschieden wirksame Komponenten zu berücksichtigen die sich bei der Darstellung der Gesamtwirkung nicht immer trennen lassen. Bei einem Lichtbad ist der bestrahlte Körper natürlich auch der Luft ausgesetzt. Außerdem spielen bei der Lichtbehandlung thermische Einwirkungen sehr häufig eine wichtige Rolle. Wir werden bestrebt sein die verschiedenen wirksamen Prinzipien nach Möglichkeit getrennt zu erwägen. Historisches. Die große Wertschätzung die die Menschheit von allem Anfang an der S o n n e entgegengebracht hat äußert sich schon in dem Umstand daß fast bei allen Völkern die Sonne als Gottheit verehrt wurde. Diese Tatsache ist der Ausdruck der instinktiven Erkenntnis daß ohne Sonne und ohne Licht menschliches Leben undenkbar ist. Sichere Überlieferungen bewußter Heliotherapie besitzen wir aus den frühesten historischen Zeiten bei verschiedenen Völkern. Die alten Germanen besuchten ihre sogenannten "Heilberge" auf denen sie besonders das Fieber mit Sonnenlicht behandelten. HERODOT berichtet daß die Ägypter sich Terrassen gebaut haben auf welchen sie sich der Sonne entgegengesetzt haben. Im Zusammenhang mit dem Äskulap-Tempel von Epidaneus in Argolis hat man nach Süden offene Liegeterrassen gefunden die an die Schlafräume der dort behandelten Kranken anstießen und man glaubt daraus den Schluß ziehen zu können daß die Äskulap-Priester auch schon unter anderem Sonnentherapie getrieben haben. Daß bei den Griechen Luft und Sonne in Verbindung mit körperlichen Übungen im täglichen Leben eine große Rolle spielten erhellt ferner aus der Einrichtung der Gymnasien. Aber auch von ärztlicher Seite ist uns die Wertschätzung der Sonne in Verbindung mit den übrigen klimatischen Faktoren überliefert. HIPPOKRATES widmet in seinen Werken einen Abschnitt von 23 Kapiteln der Einwirkung von "Luft Sonne und Örtlichkeit" auf den menschlichen Körper und spricht darin auch der Sonne eine maßgebende Einwirkung zu. In der römischen Kaiserzeit finden wir dann eine ganze Reihe Ärzte deren uns überlieferte Schriften zum Teil genaue Indikationen für Sonnenbehandlung enthalten. Ein Solarium - eine Sonnenbadeterrasse - war auf dem Dache fast eines jeden römischen Wohnhauses zu finden. Es würde zu weit führen auf zum Teil recht interessante Einzelheiten der damaligen ärztlichen Anschauungen einzugehen. Ich verweise auf NEUBURGER und PAGEL1) ROLLIER2) und O. BERNHARD3). ___MH


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