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October 2021

Untersuchung der Wetterabhängigkeit von Notarzteinsätzen in München

Journal/Book: Heilbad & Kurort 51. Jg. 11/99 S. 349. 1999;

Abstract: J. Kleinschmidt München Humanmedizinische Dissertationsarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München von Sabine Schmid Wetterempfindlichkeit gilt als Faktum von dem verschiedene Autoren berichten dass zwischen 20 und 80 % der Bevölkerung nach Selbsteinschätzung davon betroffen sind. Wenn man versucht die Wetterempfindlichkeit nicht nach Selbsteinschätzung sondern nach Inzidenzen von mehr oder weniger gravierenden Gesundheitsstörungen quantitativ zu erfassen reduzieren sich die Unterschiede zwischen Biotropen und nicht-biotropen Wetterlagen In der Diskussion dazu gibt es zwei Richtungen mit denen eine verbesserte Aufschlüsselung der vorgenannten Unterschiede angestrebt wird: a) Definition meteorologischer Komplexgrößen statt Verwendung der ursprünglichen Wettermessgrößen b) Definition medizinischer Kenngrößen zur Entscheidung ob eine Inzidenz als gesichert angesehen werden kann. Die Anforderung eines Notarztes erscheint diesbezüglich als valide Kenngröße einer Gesundheitsstörung. Sabine Schmid hatte die Aufgabe retrospektiv von 1973 bis 1984 aus den Akten von Einsätzen des Feuerwehr-Notarztdienstes München-Stadtmitte stationiert in der Chirurgischen Poliklinik der LMU-München Besonderheiten der meteorologischen Bedingungen an den Einsatztagen zu untersuchen. Die meteorologischen Daten für 4 383 Tage aus dem Beobachtungszeitraum wurden vom Deutschen Wetterdienst für München-Nymphenburg und München-Riem zur Verfügung gestellt. Diese wie auch die Daten aus den Protokollen von 1044 Einsätzen an 495 Bereitschaftstagen mussten EDV-gerecht aufbereitet werden. Die statistische Auswertung fokussierte dann auf den Ansatz die Anfallstage zu klassifizieren nach • geringen Fallzahlen (n = 1; Kennzeichnung in der Arbeit: F1 ) • mittleren Fallzahlen ( 1 < n < 6; Kennzeichnung F25) • hohen Fallzahlen (n > 5; Kennzeichnung F6). Auf diese Weise sollte untersucht werden wie sich das Wetter gekennzeichnet durch 93 Wetterparameter an Tagen mit geringen Fallzahlen von solchen mit hohen Fallzahlen unterschied. Unterschiede zwischen den Mittelwerten der meteorologischen Kenngrößen in den Inzidenzklassen gegenüber dem Erwartungswert FGes (alle Tage) wurden dazu auf Überzufälligkeit hin überprüft (U-Test). Im Einzelnen waren zuvor noch Verteilungsprüfungen Wochentagsaufschlüsselungen u. a. durchzuführen. Tatsächlich erhält man für einige der 93 Kenngrößen überzufällige Unterschiede: • Luftdruck • Niederschlag bzw. Schneehöhe • Sichtstufe an einem oder mehreren der täglichen drei Messzeitpunkte (7.00 h 14.00 h 21.00 h). Die Vermutung dass hierbei Sicht- und Straßenverhältnisse zu mehr Verkehrsunfällen und damit zu vermehrten Notarztanforderungen geführt hätten lässt sich bei insgesamt nur 56 Verkehrsunfällen die in den 1 044 Protokollen vermerkt waren nicht halten. Sabine Schmid stellt in der Diskussion heraus dass ihre Ergebnisse - wie bei multiplen Vergleichen kaum anders zu erwarten - aus statistischen Gründen mit Vorsicht zu bewerten seien. Zu einer besseren Absicherung reichen die Fallzahlen nicht aus. Die Ergebnisse stimmen allerdings skeptisch ob sich ein noch größerer Datenerfassungsaufwand lohnt um auf diese Weise der quantitativen Beschreibung der Wetterfühligkeit näher zu kommen. Notarztanforderungen sind wohl ein zu scharfes Kriterium bei dem mögliche wetterbedingte Gesundheitsstörungen im Vergleich zu aus sonstigen Gründen dokumentierten Einsätzen überdeckt werden. wt


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