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December 2021

Sackgasse chronische Rückenschmerz Schweizer Initiative zeigt Ausweg aus dem Dilemma

Journal/Book: MMW-Fortschr. Med. - Nr. 22/ 1999; S. 29/ 273; (141 Jg.). 1999;

Abstract: Prof. Dr. med. Keitel W.; Vogelsang-Gommern Fassungslos stehen Ärzteschaft und Öffentlichkeit am Ende eines Jahrhunderts das spektakuläre Fortschritte in der Akutmedizin gebracht hat vor dem Phänomen daß die sog. Somatisierungsstörungen - also funktionelle Beschwerden an den verschiedenen Organsystemen - offenbar unaufhaltsam und epidemieartig zunehmen. Beispiel sind vor allem das chronische Müdigkeitssyndrom die Fibromyalgie und der chronisch unspezifische Rückenschmerz. Zusätzlich verwirrend erscheint die Tatsache daß davon in erster Linie die hochentwickelten Industrieländer betroffen sind in denen der Anteil körperlich belastender Arbeit kontinuierlich abgenommen hat die über gut ausgebaute Sozialsysteme verfügen und teilweise bereits an Überangeboten von medizinischer Versorgung "leiden". Höchste Zeit daß die Initiative Schweizer Ärzte "Back in Time" jetzt einen Ausweg aus diesem Dilemma anbietet. Sie beruht neben internationalen Expertenrichtlinien auf den Ergebnissen eines Schweizer Forschungsprogramms das unter Leitung von P. Keel stand und besteht aus zwei Broschüren mit einer ausführlichen Basisdokumentation sowie vier Algorithmen mit Empfehlungen zur Abklärung und Behandlung. Als Ursachen des Problems werden - letztlich nicht überraschend - neben einem unzulässig vereinfachten Krankheitskonzept das entweder von physischen oder aber psychosozialen Risikofaktoren ausgeht vor allem auch Behandlungsfehler in der ersten akuten Krankheitsphase mit unkritischer Verordnung passiver Therapieformen verantwortlich gemacht. Bequeme eindimensionale Rezepte die aus der derzeitigen Sackgasse herausführen gibt es nicht. An alle Beteiligten Hausärzte und Spezialisten aber auch an die Patienten werden große Anforderungen gestellt. Vor allem Primärärzte sind mehrfach gefordert: ihre Bereitschaft zum Erfassen und zur Annahme des interaktiven Krankheitsmodelles eine rechtzeitige Zuweisung zum Spezialarzt bzw. die Akzeptanz einer interdisziplinären Beurteilung vor allem aber das Erkennen einer geeigneten Gesprächstechnik. Für Deutschland bliebe zu wünschen daß die umfangreichen Daten die dem Schweizer Aktionsprogramm zugrunde liegen allgemein zur Kenntnis genommen werden. Dann könnten die vielen Leitlinien zum unspezifischen Rückenschmerz die von verschiedenen Fachgesellschaften publiziert wurden zugunsten eines einheitlichen Handlungskonzeptes verschwinden. ab


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