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October 2021

Kohlendioxid ("Kohlensäure"): Indiziertes und wirksames Therapeutikum*

Journal/Book: H u K 51 01/99 S. Wissenschaftliche Beilage. 1999;

Abstract: Hommage an Herbert Jordan (1919-1991) und Ioan Baptistae van Helmont (1578-1644)** Privatdozent Dr. med. Bernd Hartmann Bad Krozingen/Freiburg * Vortrag am 12. Oktober auf dem 94. Deutschen Bädertag in Bad Elster und Had Brambach. ** Als latrochemiker erster moderner Chemiker gleichzeitig als Entdecker des Kohlendioxids Inaugurator des Begriffs Gas und Entdecker der Notwendigkeit zur Durchführung kontrollierter Studien mit Randomisations-Design. Kohlendioxid ist das am besten untersuchte Balneotherapeutikum; gleichzeitig physiologischer Körperbestandteil sind viele Daten (mit entsprechender Vorsicht bei der Interpretation) übertragbar. Damit haben wir viele Erkenntnisse (mehr als bei Radon Schwefel Sole Jod ebenfalls evidenten Balneotherapeutika) die wir vor allem auch Herbert Jordan und seinem Institut verdanken mit Originalarbeiten wissenschaftlichen Kongressen und Konsensus-Konferenzen sowie Hand- und Lehrbuchartikeln. Physikalische und chemische Grundlagen Physiologie und Pathophysiologie und "klinische Evidenz" der Kohlensäuretherapie wurden in Bad Elster überprüft; neben spezifischen Wirkungen hat Jordan regulative Anpassungsvorgänge (Adap[ta]tion Habituation Akkomodation) an externe Stimuli als konditionierende Regulations-trainings untersucht. Die Wirkfaktoren Konzentration Temperatur Dauer und Serie der Applikation führten zur Erarbeitung von Dosierungskriterien: Dosisabhängig steigt die Wirkung ab einer Schwellenkonzentration von 400 mg/l Wasser linear bis etwa 1 400 mg/I (damit deutlich unter der zur Deklaration in Deutschland notwendigen 1 000 mg/l); die Mindestund Optimaldauer der Einzelanwendung sowie der Serie (als Kur) wurde ebenfalls von der Arbeitsgruppe definiert (30 min minimal 20 min); ultrakurze Applikationen bis 5 min wurden als Plazeboeffekt gedeutet. Jordan hat dazu beigetragen die Kohlendioxid-Gas- und Wasserapplikation als gezielte indizierte Differentialtherapie ganz ähnlich wie die Bewegungstherapie wissenschaftlich abzusichern. Deshalb stichwortartig einige wesentliche Gesichtspunkte. An der Haut stimuliert Kohlendioxid die Warmrezeptoren und supprimiert die Kaltrezeptoren: kohlendioxidhaltiges Wasser wird deshalb um 2° C wärmer empfunden als Süßwasser (Jordan 1985). CO2- Konzentrationsänderungen beeinflussen den Stoffwechsel: Anstiege steigern den Plasma-Phosphorspiegel sowie die Laktatdehydrogenase was auf Abnahme der Glykolyse bzw. Stimulation der Glykogenbildung beruht (Jordan 1990). Kohlendioxid wirkt antiseptisch und verhindert das Keimwachstum in Mineralwässern. Die perkutane CO2-Applikation steigert den Sauerstoffpartialdruck der Haut und der Muskulatur durch einen Anstieg des arteriellen Sauerstoffpartialdruckes verursacht einerseits durch Aktivierung des Atemzentrums sowie verbesserter Atemfunktion (Homogenisierung von alveolärer Ventilation und Perfusion/Distribution) (Jordan 1985). Kohlendioxidkonzentrationsanstiege im Gewebe und in der peripheren Blutbahn erweitern und eröffnen kleinste Blutgefäße: Die arterielle und arertioräle Durchblutung nimmt also zu der arterielle Blutdruck sinkt. Die transkutane Applikation ist besser als die zur Überprüfung der Hirndurchblutung eingesetzte CO2-Inhalation die zunächst eine Gefäßverengung und erst danach eine Gefäßerweiterung auslöst. Im Niederdrucksystem führen CO2-Erhöhungen zur (günstigen!) Venenkonstriktion die alleinige Azidose wirkt venenerweiternd (Jordan 1989). Darüber hinaus beeinflußt Kohlendioxid die Blutfließ- und Gerinnungseigenschaften des Blutes: Es normalisiert die Hyperkoagibilität und Fibrinolysedepression. Ganzkörper- und Dreiviertel-Bäder verbessern langfristig die Blutfließeigenschaften entsprechend der Wirkung der pharmakologischen Hämodilution. CO2 wirkt als Gas: Diese Therapie ursprünglich aus Marienbad und Royat/Auvergne nutzt die Wärmeproduktion und die Verdunstungsfeuchte bzw. Schweißbildung als Vehikel zur transkutanen Kohlendioxidaufnahme (Jordan 1985). Bei der Wasser-Applikation wirkt immer zusätzlich die Hydromechanik (Hydrostase und Archimedischer Auftrieb) und die Wassertemperatur. Die objektive Thermoneutralität (34 5 °C) und die subjektive Thermoindifferenz von CO2-haltigem Wasser unterscheidet sich dabei deutlich von der Gasapplikation. Wegen dieser Verschiebung der Temperaturempfindung eignet sich kohlendioxidhaltiges Wasser auch zur Abkühlung da kühleres Wasser erträglicher empfunden wird und gleichzeitig Kohlendioxid die Hautmikrozirkulation aufrecht erhält. ... schö


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