Neuere Erkenntnisse zur Pathogenese der Zystischen Fibrose |
Journal/Book: Münch.med.Wschr. 136 (1994) 10 S.137/29-141/35. 1994;
Abstract: Physiologisches Institut der Universität München Zusammenfassung Patienten mit Zystischer Fibrose weisen Mutationen im Gen des Cystic-Fibrosis-Transmembrane-Conductance-Regulator-(CFTR)-Proteins auf eines Chloridkanals epithelialer Zellen. Bei der häufigsten Mutation (delta F 508) wird das neu synthetisierte CFTR-Protein wahrscheinlich intrazellulär im Endoplasmatischen Retikulum zurückgehalten. Es gelangen weniger CFTR-Proteine an ihren Bestimmungsort die luminale Membran von Epithelzellen in denen der Chloridkanal physiologischerweise an der durch zyklisches AMP stimulierten Chloridsekretion beteiligt ist. Der Mangel an membranständigen CFTR-Proteinen induziert v.a. in den Epithelien der Atemwege und des Pankreas eine Verminderung der Chlorid-Sekretion. Damit ist auch die Natrium- und Wasser-Sekretion reduziert und es kommt zu der für die Zystische Fibrose typischen Dehydrierung und somit erhöhten Viskosität epithelialer Sekrete mit klinischen Konsequenzen. In den Schweißdrüsengängen ist der CFTR-Chloridkanal hingegen physiologischerweise an der Chlorid-Resorption beteiligt. Folge ist die Erhöhung der Chlorid- und Natrium-Konzentration im Schweiß - ein bekanntes diagnostisches Merkmal der Zystischen Fibrose. Die neueren Erkenntnisse zur Pathogenese der Erkrankung könnten erstmals eine Gentherapie ermöglichen.
Keyword(s): Zystische Fibrose Pathogenese (CFTR)-Protein
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