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October 2021

Gesundheitserziehung am Kurort

Journal/Book: H u K 39 4/87 S. 102-103. 1987;

Abstract: Leitender Medizinaldirektor i. R. Dr. med. Helmut Milz München Zu einer umfassenden Betreuung von Gästen in Heilbädern und Kurorten gehört heute die Gesundheitserziehung. Dies um so mehr als bei wachsendem Gesundheitsbewußtsein das Informationsbedürfnis der Bevölkerung hierfür geradezu eine Aufforderung darstellt. Als Zielsetzung können analog den Vorstellungen der Weltgesundheitsorganisation folgende Punkte herausgestellt werden: 1. "Die Sicherstellung daß Gesundheit als ein Vermögensgut geschätzt wird. 2. Die Ausbildung der Menschen mit den zur Lösung ihrer eigenen Probleme erforderlichen Geschicklichkeiten Kenntnissen und Fähigkeiten. 3. Die Förderung und Entwicklung zweckmäßiger gesundheitserzieherischer Programme und Methoden." Übertragen auf die Belange der Hellbäder und Kurorte sind demzufolge zwei Grundprobleme zu bewältigen: a) den Patienten zu informieren und b) ihn gleichzeitig für die Einhaltung einer bestimmten Kurvorschrift oder für die Befolgung prophylaktischer Maßnahmen positiv zu motivieren. Oder personell ausgedrückt: Der Gesundheitserzieher muß den einzelnen bzw. eine Gruppe daran interessieren zu fragen er muß helfen bei der Informationsaufnahme und stimulieren zu einem gesundheitsgerechten Verhalten. Unter diesem Aspekt wird die Kur nicht zu Unrecht als ein "Lernvorgang im Rahmen eines biographisch verstandenen Lebensprozesses" definiert. Ein Begriff übrigens den auch wir Ärzte voll und ganz bejahen können. Der Entschluß ob eine Verhaltensänderung ausgeführt wird oder nicht hängt allerdings nicht nur von der Art der Unterrichtung ab die man erhält sondern auch von dem Zeitpunkt in dem sich der Rezipient der Instruktion zu diesem Zeitpunkt gerade befindet. Insofern ist es richtig wenn man den Leidensdruck oder den "Schuß vor den Bug" beim überstandenen Herzinfarkt als eine zwar traurige aber in der Regel effektive Motivation für gesundheitsbildende Maßnahmen bezeichnet. Viel schwieriger dagegen ist es für den Gesunden oder Noch-Gesunden motivationsgerechte positive Leitideen zu entwickeln. Das hängt wohl damit zusammen daß es sich bei diesen Versuchen fast immer um eine Reduzierung liebgewonnener wenngleich auch gesundheitswidriger Gewohnheiten ("Lustverzicht") handelt ohne dafür sofort eine relevante "Ersatzbefriedigung" anbieten zu können. Hier wird es also notwendig sein anstelle des erhobenen Zeigefingers ("Du sollst nicht!") und der Drohung mit der Krankheit gesundheitsgerechtes Verhalten an "Ich-nahe Bedürfnisse" grundlegender Art anzuknüpfen. Zum Beispiel an das Bedürfnis nach gutem Aussehen nach modischer Orientierung ("Eitelkeitsfaktor") Ansehen der Persönlichkeit Berufserfolg und nicht zuletzt nach persönlicher Unabhängigkeit. Welche Folgerungen können aus dem bisher Gesagten für die Praxis gezogen werden? ... ___MH


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