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December 2022

Die medizinische Spezialisierung der französischen Badekurorte

Journal/Book: Z. Phys. Med. Baln. Med. Klim. 14 (1985) 211-212. 1985;

Abstract: Anschr. d. Verf.: Professeur M. Boulange Service d'Hydrologie thérapeutique Faculté B de Médecine de I'Université de Nancy BP. 184 F-54500 Vandœuvre-les-Nancy *) Vortrag in französischer Sprache Eingang der Arbeit: 14. 5. 1985 Die französischen Badekurorte nehmen gegenwärtig Kurgäste entsprechend der therapeutischen Ausrichtung auf die ihnen von den aufsichtführenden Behörden zuerkannt ist. Derzeit wird den Badekurorten durch das Ministerium für Soziales und Versicherungswesen und das Staatssekretariat für Gesundheit eine von 12 nach Reglement individuell gestalteten Arbeitsrichtungen im Sinn von Indikationengebieten zugeteilt. Diese schon recht alte Spezialisierung der französischen Badekurorte hat sich seit der Schaffung des sozialen Badewesens und der entsprechenden teilweisen Kurkostenerstattung durch die Kranken- und Sozialversicherung immer schärfer ausgeprägt. Seit 1955 gab es eine amtliche Anerkennung aufgrund des "Rufes" der Kurorte; seit der 1969 dekretierten Liste ("grille") der Badekurorte und ihrer therapeutischen Ausrichtung ist aber eine straffe Reglementierung mit einer Hauptindikation und zwei Nebenindikationen eingeführt worden. Jedoch werden seit 1981 mehrfache Arbeitsrichtungen als gleichwertig betrachtet und gewisse Patienten können die Anerkennung einer doppelten Behinderung ausnützen. An einigen historischen Beispielen läßt sich zeigen wie gewisse Badekurorte seit Beginn unseres Jahrhunderts ein ursprünglich breites Indikationengebiet auf eine Hauptindikation eingeengt haben; dies ist aufgrund klinischer und experimenteller Argumente erfolgt. Hydrogeologie und Geochemie stehen am naturwissenschaftlichen Ausgangspunkt der Mineralwässer; danach sind die pharmakodynamischen Wirkungen geklärt worden. Diese experimentellen Ergebnisse haben dann die klinischen Arbeitsrichtungen bestimmt so die Krankheiten des Verdauungsapparates bei den magnesiumreichen Wässern die Harnwegserkrankungen bei Wässern mit nachweisbar diuretischem Effekt die Gefäßerkrankungen bei Vorhandensein kohlensäurereicher oder radioaktiver Thermen Atemwegserkrankungen bei Schwefelwässern usw. Indessen hat eine sehr große Nachfrage nach Kuren gegen Krankheiten des Bewegungsapparates besonders gegen rheumatische Erkrankungen zu einer Ausdehnung dieser Indikation auf Heilbäder geführt deren Wasserchemismus eine solche Anwendung nicht von vornherein begünstigte. Die gegenwärtige Lage des französischen Heilbäderwesens macht die Vorteile dieser Spezialisierung ebenso deutlich wie ihre Nachteile. Die eng umschriebene Ausrichtung eines Kurortes erleichtert die Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen im Bereich der experimentellen Grundlagenforschung wie der klinischen Studien; die Investitionen für diagnostische und therapeutische Einrichtungen können sinnvoller ausgewählt und realisiert werden und die Ausbildung von Ärzten und medizinischem Assistenzpersonal wird erleichtert. Die vor kurzem neugeschaffene "Competence" d. h. Zusatzbezeichnung für eine besondere fachliche Zuständigkeit für Balneologie setzt vor allem eine spezialisierte Fort- oder Weiterbildung auf dem oder den Gebieten voraus die dem Badekurort an dem der Arzt praktiziert zuerkannt sind. ... ___MH


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