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October 2022

Medikamentöse Zusatztherapie am Rheumakurort

Journal/Book: Österreichische Ärztezeitung - 27. Jahrgang - Heft 7 - 10. April 1972. 1972;

Abstract: Aus der Sonderstation Badgastein (wissenschaftlicher Leiter: Prof. Dr. R. Günther) der Medizinischen Universitätsklinik Innsbruck (Vorstand. Prof. Dr. H. Braunsteiner) am Forschungsinstitut Gastein der österreichischen Akademie der Wissenschaften (Leiter: Prof. Dr. F. Scheminzky) Mitt. Nr. 362 1. F o r t s e t z u n g e i n e r D a u e r b e h a n d l u n g a m K u r o r t Von unseren Patienten mit primär chronischer Polyarthritis (PCP) nahmen 50 Prozent auch während der Kur Rheumamedikamente wenn auch nicht immer regelmäßig. Das gilt vor allem für Indomethacin Chloroquin und Kortisonoide aber auch für Goldbehandlungen. Dabei erhebt sich sofort die Frage ob bei diesen meist dem Schweregrad III (Hittmair und Günther 1960) angehörenden Fällen die Kur mit radonhaltigen Thermalbädern in Gastein überhaupt indiziert war. Wir hatten aber bewußt auch schwerere Fälle von PCP an unserer klinischen Station aufgenommen da wir Änderungen biorhythmischer Phänomene die bei chronisch Kranken gestört sind (Cirkadianrhythmus) durch wiederholten milden physiotherapeutischen Streß günstig beeinflussen wollten. Im Gegensatz zu PCP-Kranken mit weniger aktiver PCP und Arthrosekranken gelang uns das jedoch nicht sicher. Als Anhaltspunkte bei der Auswahl der Kranken zur Kur mögen eine 1-Stunden-Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit nicht über 30 mm nach Westergren ein Hämoglobingehalt nicht unter 10 g Prozent und nur mäßige klinische Aktivitätszeichen wie Schwellungen und Schmerzen gelten. Die Zusatztherapie verschlechterte das Anpassungsvermögen an den Kurstreß nicht und sogar mit kleinen Kortisonoid-Dosen behandelte PCP-Kranke hatten gelegentlich gute Kurerfolge. Auch Goldkuren führen wir fort obwohl man bei der Kombination von medikamentöser und physikalischer Reizbehandlung Anpassungsschwierigkeiten an Physiotherapie erwarten sollte. Sie wurden nicht beobachtet soferne die Prozeßaktivität die oben aufgezeigten Grenzen nicht wesentlich überschritt. Rheumakranke mit Dauer-Digitalisierung und um eine solche muß es sich bei einmal manifester Herzinsuffizienz ja immer handeln - nehmen wir nicht gerne zur Kur da thermische Einwirkungen und hydrostatischer Druck das Blutanbot an das rechte Herz erhöhen und zu unerwünschten Komplikationen wie Stauungszunahme Anlaß geben können. Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit Mitralstenosen und chronischem Cor pulmonale geboten. Für diese Kranken kann der Kuraufenthalt ohne Bäder als Erholung gewertet werden was in Höhenlagen um oder unter 1000 m vor allem in schwülen Sommern günstig sein kann wo die Hitze in den Großstädten das Herzleiden eher verschlechtert. ... ___MH


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